Cruising (Homosexualität)

Als Cruising (aus der englischen Seefahrersprache für „mit dem Schiff kreuzen, herumfahren“) wird im Kontext schwuler Sexualität die bewusste, aktive und gewöhnlich mobile Suche nach einem Sexualpartner bezeichnet. Der Suchende schaut dabei nach potenziellen Partnern und achtet auf eventuelle Signale, mit denen sie Interesse bekunden. Gleichzeitig setzt er selbst für Eingeweihte erkennbare Signale mittels Körpersprache, Gesten, Kleidungsstücken oder sogar systematischen Farbcodes, welche alle als soziale semiotische Codes angesehen werden können. Cruising ist ein Weg zur Umgehung der gesellschaftlichen Konvention, welche eine förmliche Vorstellung oder eine andere Vermittlung durch Dritte bei der Suche nach intimen Begegnungen mit Fremden erfordert.

Oft endet Cruising mit spontanem anonymem Sex im Privaten oder der Semi-Öffentlichkeit, ein Wortwechsel ist dabei in manchen Situationen nicht unbedingt nötig. Im schwulen Kontext wird es oft als Synonym für den schnellen anonymen Sex verwendet.

  1. John A. Lee: Cruising (Memento vom 12. November 2007 im Internet Archive) (PDF; 128 kB), In: Wayne R. Dynes (Hrsg.): The Encyclopedia of Homosexuality (Garland Reference Library of Social Science), Taylor & Francis, März 1990, ISBN 0-8240-6544-1
  2. Michael Kaufmann: Queer Space – Eine empirische Analyse des räumlichen Verhaltens von homosexuellen Männern in Wien, Diplomarbeit am Institut für Geographie an der Universität Wien, 2007