Cunincpert
Cunincpert, auch Cuningpert, Cunicpert, Cuninopert (* nach 650; † 700), war von 688 bis 700 König der Langobarden, nachdem er bereits rund ein Jahrzehnt mit seinem Vater als Mitkönig geherrscht hatte, was bei den Langobarden sonst nicht vorkam.
Wie sein Vater Perctarit setzte er die Katholisierung des zuvor arianischen Langobardenreichs gegen bewaffneten Widerstand seitens einiger Herzöge, aber auch einiger „cives“ der Hauptstadt Pavia durch. Widerstand leisteten zudem weitere Städte im Norden. Cunincpert brach die Macht der Herzöge im Norden Italiens.
Darüber hinaus beendete er den seit eineinhalb Jahrhunderten bestehenden Dreikapitelstreit im Nordosten der Halbinsel. Bei der Macht- und Religionspolitik, die untrennbar verbunden waren, nutzten sowohl der Vater als auch der Sohn zwischen 662 und 700 das Mittel der Klostergründungen. Auch intensivierten sie die Verehrung des Erzengels Michael, den sowohl Arianer als auch Katholiken anerkannten und der auf diese Weise, verknüpft mit der Dynastie, eine Integrationsfigur werden konnte. Zudem wurden sowohl der Vater als auch der Sohn bei ihrer Religionspolitik durch ihre Familie und den Papst, vor allem aber durch die fränkischen, ebenfalls katholischen Agilolfinger unterstützt, die in Süddeutschland und Italien großen Einfluss hatten und die auf der Halbinsel von 653 bis 712 die meisten Könige stellten. Wie spätere Gesetze erweisen, bestanden trotz dieser politisch-religiösen Ausrichtung weiterhin vorchristliche Gebräuche fort.
Das Herzogtum Benevent im Süden Italiens, gleichfalls langobardisch, verselbstständigte sich hingegen zunehmend, obwohl Cunincpert, als sein Vater 662 zu den Awaren und danach den Franken hatte fliehen müssen, in Benevent mit seiner Mutter Zuflucht gefunden und dort seine Jugend verbracht hatte. Darüber hinaus scheiterte unter Cunincperts Sohn der Versuch einer Dynastiegründung im Kampf mit einem anderen Zweig der eigenen Familie.
- ↑ Die Transkription bei Ludwig Anton Muratori: Geschichte von Italien, nach Ordnung der Jahre, vom Anfange der Christlichen Zeit-Rechnung bis auf das Jahr 1500, aus dem Italiänischen übersetzt, und hin und wieder mit Anmerckungen, insonderheit zur Erläuterung der Teutschen Historie, versehen, Teil 4: Vom Jahr Christi DC. bis DCCCCXL, Jacob Schuster, Leipzig 1740, S. 230. Demnach lautet der Text: „Avreo ex fonte qviescvnt in ordine reges / avvs, pater, hic filivs Heivlandvus tenetvr / Cvningpert florentissimvs et robvstissimvs rex. / Qvem Dominvm Italia patrem atqve pastorem / inde flebile maritvm iam vidvuata gemet. Alia de parte si originem qvaeras, / rex fvit avvs, mater gvbernacvla tenvit regni, / mirandvs erat forma, pivs, mens; si regviras, / miranda …“ (Digitalisat, S. 230).