Danewerk
Das Danewerk (veraltet Dannewerk, dänisch Dannevirke, auch Danevirke, altdänisch danæwirchi; wörtlich „das Werk der Dänen“) ist ein komplexes System dänischer Grenzbefestigungen, das im Frühmittelalter zur Sicherung der dänischen Südgrenze geschaffen wurde und sich im heutigen nördlichen Schleswig-Holstein befindet. Es besteht hauptsächlich aus Wällen mit Wehrgräben und dem Schlei-Seesperrwerk. Die meisten Wälle wurden zwischen der Schlei im Osten, der Treene im Westen und der Rheider Au im Süden angelegt. Mit ihnen ließ sich die nur 17 Kilometer breite Schleswiger Landenge zwischen der Schlei und der Treene kontrollieren.
Das Danewerk wurde im Lauf von Jahrhunderten immer weiter ausgebaut. Zuerst wurde der Hauptwall angelegt. Spätestens um 700 folgte der Krummwall als Verlängerung nach Westen. Ab 737 entstanden innerhalb weniger Jahre der Nordwall, der Osterwall im Osten und das Schlei-Seesperrwerk. Im 10. Jahrhundert entstanden der Halbkreiswall der Handelssiedlung Haithabu und ein Verbindungswall dorthin sowie südlich davon der sogenannte Kograben. Der zuvor schon mehrmals ausgebaute Hauptwall wurde schließlich im 12. Jahrhundert, im Hochmittelalter, mit der Waldemarsmauer verstärkt.
Im 19. Jahrhundert erlangte das Danewerk eine besondere Bedeutung als nationales Symbol für Dänemark. Während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (1848–1851) wurde es militärisch genutzt. Anfang der 1860er Jahre, im Vorfeld des Deutsch-Dänischen Krieges (1864), wurde das Danewerk mit Schanzen ausgebaut. In dieser Zeit wurde es stark umgestaltet.
Die Wallzüge sind heute noch zu etwa 80 % der Strecken erhalten, zum Teil allerdings stark verschleift. Die Relikte des Danewerks gelten als das größte archäologische Denkmal Nordeuropas. Am 30. Juni 2018 wurde das Danewerk zusammen mit Haithabu als Archäologischer Grenzkomplex Haithabu und Danewerk zum UNESCO-Welterbe erklärt.
- ↑ Eine bessere Karte findet sich auf haithabu-danewerk.de in allen Artikeln zu Abschnitten und Orten, z. B. Krummwall oder Sperrwerk.