Dayuan
Dayuan (chinesisch 大宛, Pinyin Dàyuān, wörtlich: Groß Yuan), auch Da Yuan, Ta Yüan, Davan, ist der chinesische Name für ein Königreich in Zentralasien. Historische Berichte darüber finden sich nur in chinesischen Quellen, insbesondere im Shiji des Sima Qian und im Han Shu des Ban Biao (und seiner Nachkommen). Die moderne Forschung verortet es übereinstimmend im Ferghanatal. Das Kaiserreich China griff unter den Kaisern der Han-Dynastie erstmals nach Westen hin aus und kam so in Kontakt zu den Völkern Zentralasiens, in das es seine Einflusssphäre ausweitete. Auf diese Epoche gehen die heute unter dem Schlagwort Seidenstraße beschriebenen Handelsnetze zurück. Vorher lag die Region am äußersten östlichen Ende des Achämenidenreichs und seiner hellenistischen Nachfolgestaaten.
Möglicherweise entspricht Dayuan dem in den Geschichtswerken des Plinius und Pomponius Mela erwähnten Volk der Parianer, die nördlich der Sogdier und Baktrier am Oberlauf des Flusses Jaxartes (heute Syrdarja) gelebt hätten. Diese Gleichsetzung ist aber spekulativ.
- ↑ Herrmann Parzinger: Die frühen Völker Asiens. Vom Neolithikum bis zum Mittelalter. C. H. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54961-8, Abschnitt Jüngere Eisenzeit: Fergana, S. 795–805.