Deckoffizier
Der Deckoffizier, seit 1860 Rangklasse zwischen Unteroffizieren und Offizieren in der preußischen (später kaiserlichen –, dann Reichs–) Marine; auch Bezeichnung für die Angehörigen dieser Rangklasse. Deckoffiziere waren Fachleute, die auf Schiffen Unterführeraufgaben in navigatorischem, seemännischem und waffentechnischem Bereich wahrnahmen. Die Rangklasse Deckoffizier wurde 1920 abgeschafft; an ihre Stelle trat der Dienstgrad Oberfeldwebel.
Eine Besonderheit stellte der Vize-Deckoffizier dar: Er war in Deutschland ein Reserveoffizieranwärter der Kaiserlichen Marine. Seit 1916 bildete der Deckoffizierleutnant, als Offizier ohne Patent, das Äquivalent zum Feldwebelleutnant.
Häufig aus der einfachen Laufbahn der Matrosen aufgestiegen, berät er als Spezialist seines Fachs den Kommandant oder die anderen mit der Schiffsleitung betrauten Offiziere. Typische Dienststellungen sind die Position als Steuermann, Bootsmann, Feuerwerker (Schiffsartillerist), Maschinist, Mechaniker, Materialienverwalter oder Torpeder (Torpedo-Experte).
Der Posten des Deckoffiziers war bereits im Mittelalter bekannt. In Deutschland bildeten die Deckoffiziere von Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1938 eine eigene Rangklasse, die international der Dienstgradgruppe der Warrant Officers entsprach. Die heutige Deutsche Marine kennt den Deckoffizier nicht.
- ↑ Deckoffizier. In: Brockhaus, Die Enzyklopädie in 24 Bänden (1796–2001). Band 5. S. 160.