Depolymerisation

Depolymerisation ist eine Sequenz von chemischen Reaktionen, in denen ein Polymer in seine Monomere bzw. geeignete Bausteine (Molmasse < Molmasse des Polymers) zerlegt wird, wobei sie anschließend wieder zu Makromolekülen zusammengesetzt werden können. Somit stellt die Depolymerisation die Umkehrung der Polymerisation dar und kann in Kombination mit Polymerisationen als Methode zum Recycling von Kunststoffen eingesetzt werden (chemisches Recycling). Sie kann ausgelöst werden durch thermische Belastung (Wärme), ionisierende Strahlung (z. B. Licht, UV-Strahlung oder γ-Strahlung), Katalysatoren oder durch Zugabe von Chemikalien.

Im Gegensatz dazu findet bei der Kettenspaltung nicht die Abspaltung eines einzelnen Monomers statt, sondern es wird die Polymerkette an einer beliebigen Stelle des Rückgrats gebrochen unter Bildung von zwei – meist immer noch polymeren – Bruchstücken. Des Weiteren sind die erhaltenen Bruchstücke häufig ungeeignet für den Aufbau neuer Polymere.

  1. Eintrag zu Depolymerization. In: IUPAC (Hrsg.): Compendium of Chemical Terminology. The “Gold Book”. doi:10.1351/goldbook.D01600 – Version: 2.3.3.
  2. Otto-Albrecht Neumüller (Hrsg.): Römpps Chemie-Lexikon. Band 2: Cm–G. 8. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1981, ISBN 3-440-04512-9, S. 891.
  3. Sebastian Koltzenburg, Michael Maskos, Oskar Nuyken: Polymere – Synthese, Eigenschaften und Anwendungen. Springer Spektrum, 2014, ISBN 978-3-642-34772-6, S. 440–441.