Der stille Amerikaner

Der stille Amerikaner (Originaltitel: The Quiet American) ist ein 1955 erschienener Roman von Graham Greene mit Elementen des Kriminalromans und des Agenten- bzw. Polit-Thrillers. Er beschreibt, wie der britische Zeitungskorrespondent Fowler seine journalistische Neutralität aufgibt, sich in den Indochinakrieg einmischt und sich an einem Mordkomplott gegen den amerikanischen Geheimagenten Pyle beteiligt.

Das Buch gilt weithin als hellsichtige Beschreibung der realen Situation in Indochina Mitte der 1950er Jahre, insbesondere des durch Pyle personifizierten beginnenden amerikanischen Engagements, das etwa ein Jahrzehnt nach Erscheinen des Buchs im Vietnamkrieg mündete. Wegen der amerika-kritischen Darstellung stand Greene seit der Veröffentlichung bis zu seinem Tod unter geheimdienstlicher Beobachtung.

Die erste deutschsprachige Übertragung stammt von Walther Puchwein und erschien 1956 im Zsolnay-Verlag. Diese Fassung wurde später durch Käthe Springer überarbeitet und ergänzt. Im Zuge seiner Neu-Edition der Werke Greenes veröffentlichte der Zsolnay-Verlag 1995 eine vollständige Neuübersetzung von Dietlind Kaiser.

  1. In life as in fiction, Greene's taunts left Americans in a quiet fury. The Guardian, 2. Dezember 2002.