Der weiße Tiger

Der weiße Tiger (engl. Originaltitel: The White Tiger) ist der Debütroman des indischen Schriftstellers und Journalisten Aravind Adiga. Der Roman, der in Form eines Briefromans rückblickend den Aufstieg Balram Halwais aus großer ländlicher Armut zum verhältnismäßig wohlhabenden Besitzer eines Taxi-Unternehmens schildert, erschien erstmals im Jahre 2008 und wurde noch im gleichen Jahr mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet. Nach Kiran Desai, Arundhati Roy und Salman Rushdie war Adiga damit der vierte indische Autor, der diesen angesehenen britischen Literaturpreis erhielt. Gleichzeitig war es das vierte Mal, dass das Auswahlkomitee einen Debütroman auszeichnete. Die deutsche Ausgabe, die von Ingo Herzke übersetzt wurde, erschien noch im Jahre 2008 im Verlag C. H. Beck.

Der Roman, in dem sich Halwai unter anderem mit einem Mord den Weg zu Aufstieg ebnet, thematisiert mit viel schwarzem Humor das indische Kastensystem, Loyalität und Korruption sowie das Überleben der ärmsten Bevölkerungsschichten Indiens in einer zunehmend globalisierten Welt. Auf die Frage, welche Autoren ihn am meisten bei seinem Buch beeinflusst haben, verwies Adiga auf drei afroamerikanische Schriftsteller – Ralph Ellison, James Baldwin und Richard Wright. Jeder dieser Autoren thematisierte in seinem Werk das Leben von Gruppen, die an den gesellschaftlichen Rand gedrängt sind. Der weiße Tiger war international ein Verkaufserfolg und erreichte unter anderem die Bestsellerliste der New York Times.

Der Roman wurde 2021 von Ramin Bahrani unter gleichem Titel verfilmt.

  1. Amitav Ghosh, Aravind Adiga in Booker shortlist. Rediff.com, 9. September 2008, abgerufen am 4. Juli 2014.
  2. Aravind Adiga erhält den Booker–Preis. In: Zeit online
  3. Fearful symmetry (Memento vom 2. März 2009 im Internet Archive)