Destination (Tourismus)

Destination (sprich „deutsch“ ˈdɛstinaʦɪ̯oːn; oder Reiseziel) ist im Tourismus der geographische Raum, der das Ziel einer Reise darstellt. Tourismus findet nicht nur in der Freizeit der Reisenden statt (Urlaubsreise), sondern kann auch als Dienst- oder Geschäftsreise zur Arbeitszeit gehören und hat ebenfalls ein bestimmtes Reiseziel. Insbesondere im Luftverkehr hat sich die Destination (von lateinisch destinare, „bestimmen, festsetzen“) als Begriff für das Flugziel durchgesetzt und später im gesamten Tourismus ausgebreitet. Von der Tourismuswissenschaft ausführlich untersucht, setzte sich der international gebräuchliche Begriff „Destination“ im gesamten deutschsprachigen Raum durch. Die Tourismus-Destination ist ein Synonym für Tourismus-Ort, -Gemeinde oder -Region sowie auch für Städte, Landschaften oder Kulturräume. Die touristische Nachfrage orientiert sich hier stets am Zielgebiet, das gilt sowohl für Urlaubs- als auch für Geschäftsreisen.

Die Destination kann eine Region (etwa die Provence) oder ein konkreter Ort (etwa Avignon oder ein dortiges Hotel) sein. Es handelt sich um den „Kristallisationspunkt der Nachfrage“ einschließlich der Infrastruktur. Die Destination ist aus der Sicht der Nachfrager zu definieren.

Der Begriff umfasst sowohl kleinräumige Strukturen (Hotels, Resorts, Vergnügungsparks, in der Fachsprache auch Location genannt), oder Orte (etwa im Städtetourismus), als auch ganze Regionen (Tourismusregion, historisch gewachsen oder als Marke geprägt), Länder oder einen ganzen Kontinent. Die Größe des Gebiets, das subjektiv als Destination wahrgenommen wird, hängt dabei von der Entfernung zwischen Wohnort und Reiseziel ab. Ein Deutscher nimmt zum Beispiel i. d. R. eine Stadt wie Stuttgart als eigenständige Destination wahr, während ein Japaner den Kontinent Europa als Destination seines Urlaubs betrachtet – und nicht explizit einzelne Städte wie Rom, Paris oder London. Zu klassischen Begriffen wie Hotel, Fremdenverkehrsort, Kurort, Seebad oder Skigebiet bildet Destination den Oberbegriff und ist im allgemeinen Sinne auf kein spezifisches Angebotssegment eingeschränkt.

  1. Walter Freyer, Tourismus – Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 2009, S. 258
  2. Walter Freyer, Tourismus – Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 2009, S. 257 f.
  3. Wolfgang Fuchs/Jörn W. Mundt/Hans-Dieter Zollondz (Hrsg.), Lexikon Tourismus: Destinationen, Gastronomie, Hotellerie, Reisemittler, Reiseveranstalter, Verkehrsträger, 2008, S. 179 ff.
  4. Claude Kaspar, Die Tourismuslehre im Grundriss, 1996, S. 70
  5. Wolfgang Fuchs/Jörn W. Mundt/Hans-Dieter Zollondz (Hrsg.), Lexikon Tourismus: Destinationen, Gastronomie, Hotellerie, Reisemittler, Reiseveranstalter, Verkehrsträger, 2008, S. 180
  6. Wolfgang Fuchs/Jörn W. Mundt/Hans-Dieter Zollondz (Hrsg.), Lexikon Tourismus: Destinationen, Gastronomie, Hotellerie, Reisemittler, Reiseveranstalter, Verkehrsträger, 2008, S. 182