Deutsch-polnischer Konflikt (1003–1018)

Ein Deutsch-polnischer Konflikt zwischen König Heinrich II. (genannt Heinrich der Heilige, König des Regnum Teutonicum ab 1002, römisch-deutscher Kaiser ab 1014) und dem polnischen Piastenherrscher Bolesław I. Chrobry (der Tapfere, regierte Polen 992–1025) dauerte von 1003 bis 1018 an. Er entstand im Zuge der Thronwirren nach dem Tod von Kaiser Otto III. (1002): Zunächst huldigte Bolesław dem neuen König Heinrich II. beim Hoftag von Merseburg im Juli 1002. Dabei erhielt er die Mark Lausitz und das Land der Milzener als Reichslehen (dafür musste er auf die zuvor kurz besetzte Mark Meißen verzichten). Heinrich II. hingegen ging energisch gegen eigene Gegner vor. Als Bolesław Anfang 1003 die Grafschaft der meisten böhmischen Stämme übernahm und die Lehnshuldigung für Böhmen verweigerte, eskalierte der Konflikt. Heinrich schloss daraufhin ein Bündnis mit dem heidnischen westslawischen Stamm der Lutizen, um den christlichen Piastenfürsten unter Druck zu setzen. In der Folge kam es zu regelmäßigen kriegerischen Auseinandersetzungen an den Ostgrenzen des Reichs, oft als „Polenkriege Heinrichs II.“ bezeichnet, die sich über mehrere Phasen von 1003 bis 1018 hinzogen. Die Auseinandersetzungen waren jedoch weder ein Krieg (eher eine Reihe von Fehden und Feldzügen) noch ein nationalstaatlicher Konflikt im modernen Sinne.

  1. Deutsche Biographie: Heinrich II. - Deutsche Biographie. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  2. Feldzüge Heinrichs II. gegen den Polenherzog Boleslaw Chrobry. In: Haus der Bayrischen Geschichte. Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  3. Knut Görich: Heinrich II. und Boleslaw Chrobry - Eine spektakuläre politische Wende. In: wissenschaft.de. 20. Juni 2002, abgerufen am 29. Oktober 2025.