Deutscher Sprachpurismus

Unter deutschem Sprachpurismus (auch: Sprachreinigung) versteht man Bestrebungen, die deutsche Sprache von Fremd- und Lehnwörtern zu befreien, indem man diese durch passende oder passend erscheinende deutsche Wörter ersetzt oder neue deutsche Wörter bildet.

In Deutschland trifft die Bezeichnung Sprachpurismus laut Peter von Polenz eher für die sprachpflegerischen Bemühungen im 17. und 18. Jahrhundert zu, die nicht nur zwischensprachlich gegen Fremdwörter gerichtet, sondern auch innersprachlich ausgeprägt waren.

Der Hintergrund war, dass es vor der französischen Revolution (1789 bis 1799) im Adel üblich war, die französische Sprache zu sprechen, und das aufkommende Bürgertum und Intellektuelle diese Noblesse nachahmten.

Die Bemühungen innerhalb der langen Tradition von Sprachpflegevereinen hatten in der Regel neben der Liebe zur deutschen Muttersprache im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch eine mehr oder weniger national ausgeprägte Haltung als Hintergrund.

  1. Halyna Leontiy: Multikulturelles Deutschland im Sprachvergleich. LIT Verlag, Münster 2013, ISBN 978-3-643-11639-0, S. 175 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Walter Kuhfuß: Eine Kulturgeschichte des Französischunterrichts in der frühen Neuzeit. Vandenhoeck & Ruprecht, 2013, ISBN 978-3-8470-0132-4, S. 289 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).