Diamond Open Access

Diamond Open Access (DOA) ist ein Publikationsmodell, bei dem die Erstveröffentlichung einer wissenschaftlichen Publikation zu Open-Access-Bedingungen erfolgt und weder die Leser noch die Autoren Gebühren für das Lesen bzw. das Veröffentlichen bezahlen müssen. Andere Begriffe für dieses Publikationsmodell sind Platinum Open Access (bisweilen im deutschen Sprachraum auch Platin Open Access) oder Open Access commons. Durch den Zusatz „Diamond“ wird dem Open-Access-Begriff ein Finanzierungsaspekt hinzugefügt, der sowohl bei der allgemeinen Definition von Open Access als auch den beiden klassischen grundsätzlichen Einteilungen in Goldenes Open Access und Grünes Open Access fehlt.

Die Diamond Open Access zugrunde liegenden Publikationsinfrastrukturen befinden sich üblicherweise in akademischer Trägerschaft, sie werden z. B. durch wissenschaftliche Einrichtungen, Fachgesellschaften oder Förderorganisationen finanziert. Aus diesem Grund wird dieser Teil der wissenschaftlichen Publikationslandschaft auch als institutionelles Publizieren und beteiligte Infrastrukturen als institutionelle Publikationsdienstleister (Institutional Publishing Service Providers, IPSP) bezeichnet.

Weltweit gibt es etwa 29.000 Diamond-Open-Access-Zeitschriften, von denen etwa 13.500 im Directory of Open Access Journals (DOAJ), dem Verzeichnis für qualitätsgesicherte Open-Access-Zeitschriften, gelistet sind (Stand April 2025).

Seit 2021 unterstützen neue nationale und internationale politische Maßnahmen die Entwicklung nichtkommerzieller oder gemeinschaftsgetragener Formen des Open-Access-Publizierens, wie z. B. die UNESCO-Empfehlung zu Open Science und der „Aktionsplan für Diamond Open Access“, der von der cOAlition S gefördert wird. Diese Maßnahmen sollen zur Dekommodifizierung des wissenschaftlichen Publikationswesens beitragen.

  1. Kathrin Ganz, Marcel Wrzesinski, Markus Rauchecker: Nachhaltige Qualitätssicherung und Finanzierung von non-APC, scholar-led Open-Access-Journalen. In: LIBREAS. Library Ideas. Band 36, 2019, doi:10.18452/21418.
  2. Bibliotheksdienst: DINI unterzeichnet „Action Plan for Diamond Open Access“: Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) unterstützt den „Action Plan for Diamond Open Access“ zur Stärkung von Publikationsinfrastrukturen in akademischer Trägerschaft Bibliotheksdienst, vol. 56, no. 7-8, 2022, S. 434–435. doi:10.1515/bd-2022-0067
  3. Arbeitsgemeinschaft der Universitätsverlage: Institutionelles Publizieren. Sieben Positionen zur Bedeutung von Universitätsverlagen. Webseite der AG Univerlage, abgerufen am 1. Mai 2025.
  4. DIAMAS: What are IPSPs & why are they important for DIAMAS? Webseite von DIAMAS, abgerufen am 1. Mai 2025.
  5. Jeroen Bosman, Jan Erik Frantsvåg, Bianca Kramer, Pierre-Carl Langlais und Vanessa Proudman: OA Diamond Journals Study. Part 1: Findings. 2021. Zenodo. doi:10.5281/zenodo.4558704
  6. Directory of Open Access Journals. Webseite, abgerufen am 19. April 2025
  7. Leonhard Dobusch und Maximilian Heimstädt: Strukturwandel der wissenschaftlichen Öffentlichkeit. Konstitution und Konsequenzen des Open-Access-Pfades. In: Martin Seeliger, Sebastian Sevignani (Hrsg.): Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit? Leviathan – Sonderband 37, Nomos, Baden-Baden 2021, S. 425–454. doi:10.5771/9783748912187-425