Die Atempause (Primo Levi)

Die Atempause (italienischer Originaltitel La tregua) ist ein Werk von Primo Levi, das seine Erlebnisse auf der Rückreise nach Italien nach seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager Auschwitz schildert. Die autobiographische Erzählung wurde 1963 bei Einaudi veröffentlicht und im selben Jahr mit dem Premio Campiello ausgezeichnet.

Nach dem 27. Januar 1945, dem Tag der Befreiung, begann für die Überlebenden die abenteuerliche Heimreise von Auschwitz nach Turin: eine neunmonatige Odyssee zurück ins Leben.

Die Atempause kann als Fortsetzung von Ist das ein Mensch? (Se questo è un uomo; 1947) gesehen werden, in dem Levi das Leben im Lager bis zur Befreiung durch die Rote Armee schildert. Zusammen mit dem späteren Werk I sommersi e i salvati (Die Untergegangenen und die Geretteten) vervollständigt es die Trilogie, in der Levi über die Schrecken der Nazi-Haft berichtet. In diesem zweiten Buch bleibt die Auseinandersetzung mit dem „Lagerjargon“, der brutalen und verzerrten Sprache von Kapos und SS, über deren Ursachen auch Eugen Kogon sich in seinem Buch Der SS-Staat äußert, auf das zweite Kapitel (Das Große Lager) beschränkt.

  1. Judith Klein: Sprache als Widerspruch: Primo Levi, Deutschland und die deutsche Sprache. Neue Zürcher Zeitung, Nr. 151, 3./4.7. 1999, S. 50.
  2. Eugen Kogon: Der SS-Staat – Das System der deutschen Konzentrationslager, 3. Auflage, 2023, Wilhelm Heyne Verlag München, ISBN 978-3-45302978-1