Die Geschwister Oppermann

Die Geschwister Oppermann ist ein Zeitroman von Lion Feuchtwanger aus dem Jahr 1933, der zusammen mit den Romanen Erfolg (1930) und Exil (1939) zu Feuchtwangers „Wartesaal-Trilogie“ gehört.

Die ersten beiden Auflagen des Romans erschienen 1933 und 1935 unter dem Titel Die Geschwister Oppenheim. Ein deutscher Nationalsozialist mit dem Namen Oppermann hatte noch während der Drucklegung durch Drohungen gegen den noch in Deutschland lebenden Bruder Feuchtwangers eine Namensänderung erzwungen. Spätere Auflagen trugen dann den ursprünglich vorgesehenen Titel.

Der Roman erzählt die Geschichte der jüdischen Geschwister Oppermann – Gustav, Martin, Edgar und Klara – und ihrer Familien in den Jahren 1932 und 1933 vor dem Hintergrund der Machtergreifung der Nazis in Deutschland. Dabei spiegelt sich in der Haltung der Romanfiguren auch das Fehlurteil Feuchtwangers über die Chancen der Nazis auf eine Machtübernahme in Deutschland wider; Feuchtwanger war selbst lange von einem Scheitern der nationalsozialistischen Bewegung ausgegangen und hatte noch im Dezember 1932 bei einem Interview das politische Ende Hitlers angekündigt (Hitler is over).

Feuchtwanger schrieb in einer Information zu dem Werk 1933: „Kein einziger von den Menschen dieses Buches existiert aktenmäßig innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches in den Jahren 1932/33, wohl aber ihre Gesamtheit… Der Roman… gibt nicht wirkliche, sondern historische Menschen.“

  1. Nachbemerkung von Gisela Lüttig in der Taschenbuch-Ausgabe im Aufbau-Verlag (ISBN 978-3-7466-5630-4)