Die Regeln der Kunst

Die 1999 auf Deutsch erschienene Monografie Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes ist „eine systematische Zusammenfassung von Pierre Bourdieus Forschungen zur Kunstsoziologie“, Bourdieus „kunsttheoretisches Hauptwerk.“ Bourdieu untersucht die sozialen Voraussetzungen, unter denen einem Produkt die Eigenschaft „Kunst“ zu sein zugeschrieben wird. Hauptthema ist nicht die materielle Anfertigung eines Kunstwerks, sondern die „Produktion des Werts kultureller Güter“ am Beispiel der Literatur und Bildenden Kunst in Frankreich seit 1830. Schwerpunkt der empirischen Analyse ist Gustave Flaubert und sein Roman Die Erziehung des Herzens, die Bourdieu einbettet in die Entstehung des künstlerischen Milieus und des Lebensstils der Bohème. Bourdieu rekonstruiert ihre ästhetischen Diskurse und ihre Verbindungen zum Kunstmarkt, der sie wiederum mit der bürgerlichen Gesellschaft verknüpft, gegen die sie sich in Opposition entwickelt hat. Aus der historischen Analyse verallgemeinert er eine Reihe von Regeln der Entwicklung und Veränderung kultureller Werte.

Für Hans-Edwin Friedrich sind Die Regeln der Kunst eine marxistisch-hegelianische Literaturwissenschaft, die ihre Leistungsfähigkeit durch überzeugende Beispielsanalysen beweise.

  1. Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes. Übersetzt von Bernd Schwibs und Achim Russer, 1. Auflage, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999, 551 Seiten, mit Personen- und Begriffsregister, ISBN 3-518-58264-X. Erstausgabe auf Französisch schon 1992.
  2. Hans-Edwin Friedrich und Jan Behrs (siehe Weblinks).
  3. Hans-Edwin Friedrich: Vom Überleben im Dschungel des literarischen Feldes. Über Pierre Bourdieus Regeln der Kunst