Die Stimmen der heroischen Toten

Die Stimmen der heroischen Toten (japanisch 英霊の聲, Eirei no Koe) ist eine am 30. Juni 1966 veröffentlichte Kurzgeschichte des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima.

Der Text folgt den Seelen eines jungen Offiziers, der nach dem gescheiterten Februarputsch durch ein Erschießungskommando hingerichtet wird, und eines Kamikaze-Fliegers. Beide haben im Namen des Tennō Hirohito ihr Leben gelassen und verfluchen deshalb seine Neujahrsrede, in der er seiner und damit stellvertretend der Heiligkeit aller Tennōs entsagte. Die Geschichte endet mit dem Gedicht Der Kaiser ist ein Mensch geworden, bestehend aus zwei Strophen mit je sechs Zeilen.

Die Stimmen der heroischen Toten wurde durch das Gefängnistagebuch des Jungoffiziers Asaichi Isobe und Überlieferungen der Verwandtschaft des Piloten Tsukasa Kono inspiriert. Ersterer wurde wegen seiner Beteiligung am Februarputsch exekutiert und Zweiterer wurde vom Himmel geschossen. Mishima positionierte sich durch die Schrift zum ersten Mal öffentlich gegen den Tennō und wurde infolgedessen Opfer von Todesdrohungen durch rechtsextreme Gruppierungen. Sie sollte die Basis für seinen späteren kritischen Essay Verteidigung einer Kultur darstellen.

1999 wurde in Archiven die Langfassung von Der Kaiser ist ein Mensch geworden gefunden – bestehend aus sieben Strophen mit je sechs Zeilen – und folgend im „Yukio Mishima Literary Museum“ ausgestellt.

Zusammen mit Patriotismus und Zehntageschrysanthemen ist Die Stimmen der heroischen Toten Teil der sogenannten Februarputsch-Trilogie.

  1. Der Kaiser ist ein Mensch geworden (Langfassung). Veröffentlicht in: Definitive Edition Yukio Mishima Complete Works Vol. 20 Short Story 6. Shinchosha, Juli 2002. S. 714–720. ISBN 978-4106425608.
  2. Hideaki Sato: Die Stimmen der heroischen Toten. Veröffentlicht in: Takashi Inoue, Hideaki Sato, Toru Matsumoto (Hrsg.): Yukio Mishima encyclopedia. TsutomuMakoto. 11. Mai 2000. S. 38. ISBN 978-4585060185.