Dieterich Buxtehude

Dieterich Buxtehude (* um 1637 wahrscheinlich in Helsingborg; † 9. Mai 1707 in Lübeck) war ein dänisch-deutscher Organist und Komponist des Barock und gilt als Hauptvertreter der Norddeutschen Orgelschule. Sein Vorname ist auch in der Form Dietrich geläufig.

Buxtehudes Lebenslauf ist nur bruchstückhaft überliefert. Als Sohn eines Organisten wirkte er in derselben Funktion in Helsingborg und Helsingør, sowie schließlich ab 1668 an St. Marien in Lübeck. Dort führte er die von seinem Vorgänger Franz Tunder eingeführte außerliturgische Veranstaltungsreihe der „Abendmusiken“ zu großem Erfolg. Johann Sebastian Bach unternahm 1705 eine lange Studienreise nach Lübeck, um den Organisten und seine Konzerttätigkeit kennenzulernen.

Obwohl Buxtehude nicht zur Komposition von Vokalmusik verpflichtet war, macht diese den größten Teil des erhaltenen Werks aus, vor allem überliefert in der Sammlung des Stockholmer Hofkapellmeisters Gustav Düben. Die umfangreichsten Veröffentlichungen zu Lebzeiten galten der Streicher-Kammermusik mit Triosonaten im abwechslungsreichen und mitunter wie improvisiert wirkenden Stylus phantasticus. Der Ruhm Buxtehudes gründet jedoch vor allem auf seinen Orgelwerken. Die meist „Praeludien“ genannten Toccaten verbinden auf virtuose Weise frei komponierte Abschnitte mit Fugen. Choralfantasien kombinieren verschiedene Arten, den Choral auf der Orgel zu bearbeiten. Seine drei Ostinato-Kompositionen sind in der norddeutschen Orgelmusik ein Novum und wirkten auf Bach und Johannes Brahms.

Buxtehude war immer hoch geschätzt, stand aber stets im Schatten Bachs, und so ist auch die erste gründlichere musikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinem Werk ein langer Exkurs in der Bach-Biographie von Philipp Spitta. Einem größeren Publikum hat sein Werk die „historisch informierte Aufführungspraxis“ im späten 20. Jahrhundert nähergebracht.