Diplomatik

Die Diplomatik (abgeleitet von Diplom im Sinne von „Urkunde“), auch Urkundenlehre genannt, ist die Wissenschaft von den historischen Urkunden. Sie beschäftigt sich mit den Merkmalen und der Einteilung historischer Rechtsurkunden, mit ihrer Ausstellung (beteiligte Personen, Geschäftsgang der Kanzleien, Hilfsmittel wie Formelbücher) sowie mit der Überlieferung, der Echtheit und dem historischen Wert der Urkunden. Forschungsschwerpunkte deutschsprachiger Forscher waren zunächst vorwiegend die europäischen Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Es gibt aber auch eine umfangreiche Forschung über tibetische, mongolische, osmanische oder arabische Urkunden. Die Diplomatik zählt zu den historischen Hilfswissenschaften. Die Wissenschaftler, die sich mit diesem Forschungsgebiet befassen, werden als Diplomatiker bezeichnet.

  1. Lajos Fekete: Einführung in die osmanisch-türkische Diplomatik der türkischen Botmäßigkeit in Ungarn. Budapest 1926 (Magyar Országos Levéltár kiadványai.); Jan Reychmann, Ananiasz Zajaczkwoski: Handbook of Ottoman-Turkish Diplomatics. rev. and exp. transl. by Andrew S. Ehrenkreutz, Mouton u. a. 1968 (Publications in Near and Middle East Studies – Columbia University).
  2. Adolf Grohmann: Allgemeine Einführung in die arabischen Papyri nebst Grundzügen der arabischen Diplomatik. Wien 1924; Lucas Reinfandt: Mamlūk Documentary Studies. In: Stephan Conermann (Hrsg.): Ubi sumus? Quo vademus? Mameluk Studies – State of the Art. Bonn, Berlin 2013, S. 285–309.