Dogenporträts im Dogenpalast

Bei den 115 Dogenporträts im Dogenpalast, die auch Sprechende Porträts (ritratti parlanti) genannt werden, handelt es sich um Darstellungen der Dogen Venedigs der Zeit zwischen nach 800 und 1797. Sie entstanden zwischen dem 14. und dem frühen 19. Jahrhundert. Dabei wurden nicht alle Dogen porträtiert, sondern nur diejenigen, die im Dogenpalast residiert hatten und die vor den Augen der venezianischen Geschichtsschreibung Anerkennung als legitime Dogen gefunden hatten. Die älteren Porträts mussten nach einem Brand im Dogenpalast im Jahr 1577 ersetzt werden. Die Ausführung lag bei Domenico Tintoretto, der als letzten Dogen Nicolò Contarini malte; die übrigen Darstellungen stammen von fünfzehn verschiedenen Künstlern.

Als „sprechend“ werden sie bezeichnet, weil alle mit je einem Spruchband ausgestattet sind, überwiegend in der Ich-Form geschrieben. Diese fassen prägnant die Bedeutung des jeweiligen Herrschers, bzw. Repräsentanten Venedigs zusammen. Allerdings beinhalteten die letzten zehn Porträts wenig mehr als den Namen des Dogen. 76 von ihnen wurden ab dem 14. Jahrhundert im Saal des Großen Rates (Sala del Maggior Consiglio) und ab Mitte des 16. Jahrhunderts die übrigen Gemälde in der benachbarten Sala dello Scrutinio angebracht.