Dolfin

Dolfin (auch Dolfino, Delfino oder Delfin) ist der Name einer venezianischen Patrizierfamilie, die zu den zwölf sogenannten „apostolischen“ Familien zählte, da sie einen Abzweig der Familie Gradenigo darstellt. Damit gehörte sie zu den angesehensten Familien der Republik Venedig (siehe: Patriziat von Venedig). Im 19. Jahrhundert war das Geschlecht höherer Adel des zur Habsburgermonarchie gehörenden Königreichs Lombardo-Venetien, 1817 hatte es die österreich-italienische Adelsbestätigung und 1819 bzw. 1820 den österreichischen Grafenstand erhalten, und diente dem Kaiser von Österreich u. a. in hohen Hofchargen, z. B. Leonhard und Johann Baptist Grafen Dolfin seit 1838 als Kämmerer, während die Kaiserin Graf Leonhards (Leonardos) Gemahlin und seit 1825 Sternkreuzordensdame, Lucretia Dolfin, geb. Gräfin Boldù, 1839 zu ihrer Palastdame ernannte. 1841 wurde Leonardo Dolfin aus Venedig der Adelsstand des österreichischen Kaiserstaates zuerkannt.

  1. GHdA, Adelslexikon, Band II, Limburg an der Lahn 1974, S. 518 f.
  2. Johann Josef Schindler: Wapen-Gallerie des Höhern Adels der Gesammten Provinzen des Österreichischen Kaiserstaates, Band 6, Wien 1836. (Digitalisat), Der Oesterreiche Beobachter, 1838, S. 1326. Hof- und Staats-Handbuch des österreichischen Kaiserthumes, Wien 1847, S. 97.
  3. Francesco Schröder: Repertorio genealogico delle famiglie confermate nobili e dei titolati nobili esistenti nelle provincie Venete, Band 1, Venedig 1830, S. 463.
  4. Hof- und Staats-Schematismus des österreichischen Kaiserthums, Wien 1841, S. 71.
  5. Gemeinnütziger und erheiternder Haus-Calender für das österreichische Kaiserthum, Wien 1839, S. 49.
  6. Joseph Kudler und Moritz von Stubenrauch: Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde, Band 3, Wien 1841, S. 529.