Drakon

Drakon (altgriechisch Δράκων ὁ Ἀθηναῖος Drákōn ho Athēnaíos „Drakon der Athener“) war ein athenischer Gesetzgeber oder Nomothetes. Ihm wird ein Gesetz zur Verfolgung von Tötungsdelikten zugeschrieben, das im Jahr 621/620 v. Chr. erlassen wurde. Er führte hierbei zwei wesentliche Neuerungen in das Strafrecht Athens ein: die Unterscheidung von vorsätzlicher und unbeabsichtigter Tötung sowie den Verweis der jeweiligen Straffälle an spezialisierte Gerichtshöfe im Rahmen eines vorgeschalteten Rechtsverfahren. Hiermit wurde die Blutrache abgelöst.

Drakons Gesetz wurde von der Solonischen Gesetzgebung beibehalten.

  1. Quellen, die der Datierung des Gesetzes zugrunde liegen: Tatian, Oratio ad Graecos 41,9: Datierung in die 39. Olympiade (= 624–621 v. Chr.); Clemens von Alexandria, Stromata 1,80,1: 39. Olympiade; Suda, Stichwort Δράκων, Adler-Nummer: delta 1495, Suda-Online: 39. Olympiade; Eusebius von Caesarea, Chronik zum Jahr 1395 nach Abraham = 4. Jahr der 39. Olympiade (= 621/620 v. Chr.); Hieronymos, Chronik zum Jahr 1396 nach Abraham = 1. Jahr der 40. Olympiade (= 620/619 v. Chr. nach der Ausgabe der Patrologia Latina; Rudolf Helm: Die Chronik des Hieronymus / Hieronymi Chronicon. De Gruyter, Berlin 1956, S. 99 b gibt 624 v. Chr. an); Eusebius folgend, wird das Gesetz daher in der Regel in das Jahr 621/20 v. Chr. datiert, siehe etwa Karl-Joachim Hölkeskamp: Drakon 2. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 3, Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-01473-8, Sp. 810–811.
  2. Winfried Schmitz: Leges Draconis et Solonis (LegDrSol). Eine neue Edition der Gesetze Drakons und Solons mit Übersetzung und historischer Einordnung (= Historia Einzelschriften. Band 270). 2 Teilbände, Franz Steiner, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-515-13361-6, S. 134–142.
  3. Chris Carey: In search of Drakon. In: The Cambridge Classical Journal. Band 59, 2013, S. 30.