Dreifuß

Dreifuß (altgriechisch τρίπους trípous, von τρίς trís, deutsch drei und ποῦς poús, deutsch Fuß) ist allgemein die Bezeichnung für ein dreifüßiges Gefäß oder Möbel, im Besonderen aber für ein Gestell, auf das ein Gefäß aufgesetzt werden kann. Dreifüße sind in nahezu allen Zeiten und Kulturen zu finden. Sie gehörten als dreifüßiges Gestelle, die über das Feuer gesetzt werden und als Untersatz für Gefäße dienen, neben dem (Koch-)Kessel zur Grundausstattung der Wandervölker. Später wurden sie zum Symbol des Sieges über Haus und Herd des Feindes; sie wurden daher oft als Siegespreis öffentlich ausgestellt und als Weihgeschenk der Obhut einer Gottheit unterstellt. Ein ähnliches Gerät war der ''Chytropous''.

Am bekanntesten wurde der Dreifuß in seiner Funktion als Sitz der Orakelpriesterin Pythia in Delphi. Für den chinesischen Dreifuß siehe unter Ding (Gefäß).

  1. Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 366 (Dreyfuß, tripes, Dreifuß, trifuß).
  2. Jacob Burckhardt: Die Weihgeschenke der Alten. (1884) In: Jacob Burckhardt: Kulturgeschichtliche Vorträge. Hrsg. Rudolf Marx, Stuttgart 1959, S. 174–189, hier: S. 180 f.
  3. Χυτρόπους in Paulys Realenzyklopädie.