Dritte Welt

Als Dritte Welt werden bestimmte Länder nach politischen oder volkswirtschaftlichen Kriterien zusammengefasst. Aufgrund der sich historisch wandelnden Bedeutungen gibt es keine klare oder allgemein anerkannte Definition der Dritten Welt und der Begriff gilt heute weitestgehend als veraltet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er häufig mit Entwicklungsländern gleichgesetzt und wurde dort durch diese Bezeichnung größtenteils verdrängt.

Ursprünglich wurden als Dritte Welt die blockfreien Staaten bezeichnet, die sich im Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges weder der westlichen Ersten Welt noch der Zweiten Welt des Ostblocks zuordnen ließen. Später wandelte sich der Begriff zu einer Bezeichnung für Gebiete mit (aus westlicher Sicht) geringem Zivilisations- und Entwicklungsstand. Hierunter wurden im Wesentlichen Afrika, Süd- und Mittelamerika, der Nahe Osten und Teile Süd- und Südostasiens gefasst. In dieser späteren Bedeutung bildete die „Dritte Welt“ die vorletzte Stufe einer Rangordnung, zu der die „Erste Welt“, die „Zweite Welt“ und die „Vierte Welt“ gehören.

  1. Ulrich Menzel: Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der großen Theorie. 5. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-518-11718-7.
  2. B.R. Tomlinson: What was the Third World? In: Journal of Contemporary History. Band 38, Nr. 2, April 2003, ISSN 0022-0094, S. 307–321, doi:10.1177/0022009403038002135 (sagepub.com [abgerufen am 28. August 2025]).
  3. Christiane Toyka-Seid, Gerd Schneider: Dritte Welt. In: Politik-Lexikon. Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 28. August 2025.