Dux Valeriae ripensis
- Heerführer der Comitatenses und Limitanei im 5. Jahrhundert n. Chr.
- Der pannonische Limes
- Die pannonischen Provinzen im 4. Jahrhundert
- Notitia dignitatum, Kastelle unter dem Befehl des Dux der Valeria: Solue, Intercisa, Nuncinercisa, Conradcuha, Altino, Odiabo, Crumero, Solua, Ad Herculem, Cirpi, Constantia, Campona, Matrice, Vetusalina, Intercisa, Adnamantia, Lussonio, Ripalta, Ad Statuas, Florentia
- Spätrömischer Offiziershelm vom Typ Berkasovo II, 4. Jahrhundert
- Ziegelstempel des Dux Valeria Frigeridus aus dem Burgus von Tahitótfalu–Balhavár
Der Dux Valeriae ripensis (Heerführer der Ufervaleria) war vermutlich ab dem 4. Jahrhundert Kommandeur der am mittleren Donaulimes stationierten Limitanei- und Flotteneinheiten. Sein unmittelbarer Vorgesetzter war der Magister peditum (Oberbefehlshaber der Infanterie).
Wie die meisten Duces limites des Westreiches befehligte er nur das Aufgebot einer Provinz. Sein Zuständigkeitsbereich erstreckte sich auf den Limes der Provinz Valeria, d. i. die Donauregion im heutigen Zentralungarn und damit der Abschnitt der mittleren Donau, der von der Mündung der Raab bei Arrabona (Győr) bis nach Ad Militare (Batina) in der Nähe der Mündung der Drau verlief.
Die offizielle Amtsbezeichnung, Dux Valeriae limitis, ist aus einer Bauinschrift des Kastells von Solva bekannt. Sitz des Dux war das Legionslager Aquincum.
Das Dukat, bzw. einige seiner Amtsinhaber, sind aus der
- Notitia dignitatum, dem Geschichtswerk
- Res gestae des spätrömischen Chronisten Ammianus Marcellinus, einer
- Bauinschrift, vermutlich aus Esztergom-Hideglelőskereszt und von zahlreichen
- Ziegelstempeln aus Ungarn bekannt.
Namentlich bekannte Duces:
- Aurelius Ianuarius (um 303).
- Augustianus (364/365–367),
- Terentius (367–371),
- Frigeridus (370–373),
- Marcellianus (374)
Mehrere Ziegelstempel des Dux Frigeridus fanden sich im Burgus Tahitótfalu-Balhavár, dem Burgus von Visegrád – Lepence, im Wachtturm Visegrád – Steinbruch und im Burgus von Szigetmonostor – Horány. Da dort auch einige Exemplare des Dux Terentius gefunden wurden, könnte dieser um das Jahr 371 abgelöst worden sein. Die Amtszeit und die Ziegelstempel des Frigeridus konnten in die Jahre zwischen 371 und 373 n. Chr. datiert werden.
Frigeridus Rang im römischen Reichsadel, Vir perfectissimus, ist auf einigen Ziegelstempeln in der Abkürzung VP überliefert. Ab der Herrschaft Valentinian I. nahm ein Dux die Stellung eines Vir spectabilis (zweite senatorische Rangklasse) ein.
- ↑ John Wilkes: «Provinces and frontiers (Appendix III: Frontier deployment, A.D. 193-337)». Averil En Cameron, Peter Garnsey, Alan Bowman: The Cambridge Ancient History. Vol. XII: The Crisis of the Empire A.D. 193-337. Cambridge University Press. 2005 S. 737-739.
- ↑ Kovacs 2004, S. 116, Inschrift: RIU 770 (364–367)
- ↑ Zsolt Visy: Towns, Vici and Villae: Late Roman Military Society on the Frontiers of the Province Valeria. In: Thomas S. Burns, John W. Eadie (Hrsg.): Urban Centers and Rural Contexts in Late Antiquity. Michigan State University Press, East Lansing 2001, ISBN 0-87013-585-6, S. 163–184, hier S. 163–164.
- ↑ Notitia dignitatum, IN PARTIBUS OCCIDENTIS, XXXIII, Res Gestae, 31, Bauinschrift Esztergom-Hideglelőskereszt CIL 3, 10596.
- ↑ Altar RIU 699 aus Almásfüzitő
- ↑ GRÓH – GRÓF 1996, 21-23, SOPRONI 1978, 51-55, Taf. 58,13, Taf. 66,1