Dymphna

Die Hl. Dymphna (auch Dimpna, Dymfna, Dimfna, Dympna und Dympha, irisch auch Damhnait oder Davnet) ist die Patronin der psychisch Kranken. Die Verehrung als Heilige geht zurück auf eine Entdeckung der Gebeine eines Mannes und einer Frau bei Geel in Belgien im 13. Jahrhundert, die zur Wiederbelebung einer mündlichen Überlieferung führte. Diese wurde zur Grundlage der durch den Kanoniker Pierre in Saint-Aubert im Auftrag des Bischofs von Cambrai, Guy I. de Laon aufgezeichneten Vita. Der Vita wird jedoch kein historischer Wert beigemessen. Dymphna wurde eine irische Herkunft zugeschrieben. Im 19. Jahrhundert wurde sie deshalb konkret mit der irischen Heiligen Damhnad aus Tedavnet (einem Townland in County Monaghan) verknüpft. Diese Verbindung ist jedoch nachweislich falsch.

Für Dymphna wurde die Sint-Dimpnakerk in Geel errichtet, die vor allem Geisteskranke anzog, die mit ihren Reliquien in Berührung gebracht wurden. Zwischen zwei Strebepfeilern der südlichen Längswand des Kirchenschiffs dieser Kirche befanden sich im 16. oder 17. Jahrhundert entstandene Irrenzellen.

Einer mündlichen Überlieferung zufolge wurden die Gebeine der heiligen Dymphna entdeckt und brachten ein Wunder hervor: Ein toter Mann wurde wiederbelebt, nachdem er mit ihren Knochen geschlagen wurde. Dieses Ereignis galt als Beweis für die wunderwirkende Kraft ihrer Reliquien. Diese Geschichte könnte auf eine Variation der Bibelgeschichte aus 2 Könige 13:21 zurückgehen, in der ein Toter durch den Kontakt mit den Knochen des Propheten Elischa wieder zum Leben erweckt wurde.

  1. 1 2 Kevin V. Mulligan: South Ulster: The Counties of Armagh, Cavan and Monaghan (= The Buildings of Ireland). Yale University Press, 2013, ISBN 978-0-300-18601-7, S. 113. Laut der Inschrift am unteren Rand der Glasmalerei wurde das Fenster 1895 gespendet.
  2. 1 2 Ruben D. Rumbaut: Saints and Psychiatry. In: Journal of Religion and Health. Band 15, Nr. 1, 1976, S. 54–61, 54–56, JSTOR:27505329.
  3. Donald Attwater und Catherine Rachel John: The Penguin Dictionary of Saints. 3. Auflage. Penguin, London 1995, ISBN 0-14-051312-4, S. 109–110.
  4. 1 2 3 James Francis Kenney: The sources for the Early History of Ireland: Ecclesiastical. 2. Auflage. Four Courts Press, Dublin 1997, ISBN 1-85182-115-5, S. 510.
  5. David Farmer: Oxford Dictionary of Saints. 5. Auflage. Oxford University Press, Oxford 2003, ISBN 978-0-19-860949-0, S. 155.
  6. 1 2 Pádraig Ó Riain: A Dictionary of Irish Saints. Four Courts Press, Dublin 2011, ISBN 978-1-84682-318-3, S. 256–257.