Dystokie

Klassifikation nach ICD-10
O62.4 Hypertone, unkoordinierte und anhaltende Uteruskontraktionen
– Uterine Dystokie o.n.A.
O66 Sonstiges Geburtshindernis
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Eine Dystokie (altgriechisch δυστοκία dystokía „schwere Geburt“, von δυσ- dys- „übel“ und τὁκος tokos „Geburt“) ist ein gestörter Geburtsverlauf im Sinne einer erschwerten Entbindung. Willibald Pschyrembel definierte die Dystokie als Wehenanomalie mit Dauerkontraktionen (Tetanus uteri), mit zu starken Wehen (Hypersystolie), mit zu häufigen Wehen (Polysystolie) oder mit einem erhöhten Grundtonus. Diese enge Definition im Sinne zu starker Wehen wird in seinem Wörterbuch jetzt weiter gefasst: Die Dystokie bezeichnet heute jeden gestörten Geburtsverlauf infolge mechanischer, organischer oder funktioneller Ursachen. Es gibt die vier Formen Beckendystokie, Schulterdystokie, Wehendystokie und Zervixdystokie. Etwa sechs Prozent aller Entbindungen sind solche Risikogeburten. Man spricht von der schweren Geburt. Das Gegenteil der Dystokie ist die normale Geburt (Eutokie). Im Französischen wird mit den Begriffen Dystocie maternelle und Dystocie foetale zwischen mütterlichen und kindlichen Ursachen unterschieden.

  1. Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 48. – 53. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin 1942, Seite 162.
  2. Willibald Pschyrembel: Praktische Geburtshilfe und geburtshilfliche Operationen, 14. Auflage, de Gruyter, Berlin und New York 1973, ISBN 3-11-001683-4, Seite 774.
  3. Pschyrembel (Medizinisches Wörterbuch), 266. Auflage, de Gruyter, Berlin und Boston 2014, ISBN 978-3-11-033997-0, Seite 536.
  4. Otto Dornblüth: Wörterbuch der klinischen Kunstausdrücke, Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1894, Seite 35.
  5. Maxim Zetkin und Herbert Schaldach: Wörterbuch der Medizin, 15. Auflage, Verlag Ullstein Mosby, Berlin 1992, ISBN 3-86126-018-2 und ISBN 3-86126-015-8, Seite 536.
  6. Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch, 3. Auflage, Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1907, Seite 62.