Echtzeitkinematik

Echtzeitkinematik (englisch Real-Time Kinematic positioning, RTK) beschreibt Verfahren zur sofortigen Verbesserung der Präzision von Positionskoordinaten der Satellitennavigation durch Auswertung mehrerer Frequenzen sowie Vergleich mit bekanntem Ort.

Die Genauigkeit von globalen satellitengestützten Navigationssystemen (GNSS) wie Navstar GPS, GLONASS, Beidou oder Galileo liegt bei normaler Nutzung mit kleinen Handgeräten bei mehreren Metern, bedingt durch sich verändernde Einflüsse in der Erdatmosphäre. Mittels aufgezeichneter Schwankungen eines ortsfesten Empfängers kann jedermann die Fehler bei der Aufzeichnung etwa einer Radtour herausrechnen, wenn kein Funkkontakt besteht allerdings erst nachträglich. Mit Verbreitung eines Korrektursignals über Funk wird dies schon länger gemacht. Als Differential Global Positioning System (DGPS) über zusätzliche Signale aus geostationären Satelliten ist dies kontinental flächendeckend und daher nicht ortsgenau. Über DGPS-Funksender wie etwa bei Stralsund und Landesdienste werden lokalspezifische Korrekturdaten angeboten. Mit mehr Geräteaufwand und größeren Antennen zur Auswertung mehrerer GPS-Frequenzen (Zweifrequenz-Empfänger) konnte in der Geodäsie beim Aufmessen oder Abstecken von Punkten vor Ort schon länger eine höhere Genauigkeit erreicht werden, teils wenige Zentimeter. Moderne Systeme kombinieren beide Methoden in kompakter Form, etwa in der Landwirtschaft, oder auch für präzise Rasenmähroboter.