Ehrenpforte

Als Ehrenpforte werden Torbauten bezeichnet, die aus Anlass besonderer Festlichkeiten (militärische Siege, Fürstenhochzeiten, Herrscherbesuche, kirchliche Hochfeste etc.) errichtet wurden oder werden.

  1. Ehrenpforte. In: Luegers Lexikon der gesamten Technik. 2. Auflage. Band 3. Deutsche Verlags-Anstalt, Leipzig / Stuttgart 1906, S. 223 (Digitalisat. zeno.org). Hier wird vermerkt, aus den provisorischen Ehrenpforten hätten sich die monumentale Triumphbögen entwickelt. „Die provisorischen Ehrenpforten bestehen zumeist aus einem rohen Holzgerüst, das mit grünem Laub verdeckt erscheint und überdies mit Fahnen, Kränzen, Gipsstatuen, Trophäen u. dergl. dekoriert wird. Im Mittelalter war es gebräuchlich, Gruppen oder Einzelfiguren von lebenden Wesen so zu verwenden, daß sie einen sehr wirkungsvollen plastischen Schmuck des provisorischen Baues bildeten. Die meisten Ehrenpforten haben bloß einen großen Durchgang; zuweilen aber erscheinen auch drei Pforten angeordnet: die mittlere große Tür den Festzug, die beiden zur Seite für Fußgänger.“ Die „monumentalen Triumphbögen“ gab es allerdings schon im antiken Rom; etwa als Trajansbogen oder Titusbogen. Sie wurden unabhängig von einem Triumphzug errichtet. Sulzer (1774) behandelte Triumphbögen und Ehrenpforten als Synonyme. Johann Georg Sulzer: Allgemeine Theorie der Schönen Künste. Band 2. S. 1183 ff. Der große Pariser Triumphbogen wurde übrigens zunächst 1810 als provisorische Ehrenpforte errichtet.