Ein-Kind-Politik

Die Ein-Kind-Politik (chinesisch 一孩政策, Pinyin Yīhái Zhèngcè) war eine Politik zur Kontrolle des Bevölkerungswachstums in der Volksrepublik China, nach der eine Familie nur ein Kind haben durfte. Vorläufer waren diverse Anläufe ab den 1960er Jahren, die Kinderzahl auf zwei zu begrenzen. Die Durchsetzung der Ein-Kind-Politik war von Beginn an sehr löchrig und es gab im Laufe der Zeit immer mehr Ausnahmeregelungen, z. B. für Angehörige von Minderheiten, die Landbevölkerung etc. Auch die Statistik darüber war/ist trotz mehrerer parallel betriebener Erfassungssysteme sehr ungenau und motivationsgetrieben. In den 1980er Jahren wurde so aus der offiziellen Ein-Kind-Vorgabe eine interne Planzahl von 1,5 bis 1,7, die zudem nicht eingehalten werden konnte. Bis 1990 soll die Zahl bei 2,2 bis 2,3, in einzelnen Jahren bei über 2,5 Geburten pro Frau gelegen haben.

Vor allem aus Sorge vor einer Überalterung der Gesellschaft (besonders in den Städten) wurde ab Anfang 2016 die Politik generell auf zwei Kinder gelockert. Nachdem dies zu keinem nennenswerten Anstieg der Geburtenzahl geführt hatte, wurde Ende Mai 2021, unmittelbar nach der Veröffentlichung von aktuellen Volkszählungsergebnissen, die weitere Lockerung auf generell drei Kinder pro Paar angekündigt.

Im Juli 2021 wurden alle Beschränkungen der Kinderzahl aufgehoben.

  1. Thomas Scharping: Bevölkerungspolitik und demographische Entwicklung in China. Presse- und Informationsstelle der Universität zu Köln, 7. Januar 1997, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 31. Oktober 2015.
  2. Evelyn Cheng: China scraps fines, will let families have as many children as they'd like. 21. Juli 2021, abgerufen am 8. März 2026 (englisch).