Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen

Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen (SbE) (in Österreich Stressverarbeitung nach belastenden Ereignissen oder SvE), im englischen Sprachraum Critical Incident Stress Management (CISM), soll Posttraumatischen Belastungsstörungen bei Angehörigen der Rettungsdienste, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Polizei vorbeugen. Ähnliche Konzepte gibt es auch bei Fluggesellschaften für ihr Personal. Das Konzept kann auf andere Gruppen übertragen werden, die beruflich bedingt gemeinsam einer potenziell traumatisierenden Situation ausgesetzt waren. Ähnliche Begriffe existieren, wie etwa Organisierte Personalbetreuung bei Extremeinsätzen und Nachsorge (OPEN) (siehe Notfallseelsorge) und die Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte (PSU). SbE leistet damit für Einsatzkräfte in etwa das Gleiche wie die Krisenintervention im Rettungsdienst für Angehörige.

Die vorbeugende Wirkung von SbE ist belegt, aber weitere evidenzbasierende Forschung muss erfolgen. Bei Anwendung im falschen Setting oder von nicht ausgebildeten Personen kann die Wahrscheinlichkeit für Belastungsstörungen sogar erhöht werden. Andere Studien belegen die Wirksamkeit des CISD hinsichtlich der Reduktion der akuten und Langzeitbelastung der Betroffenen und zeigen ein Schädigungsrisiko nur für bestimmte Risikogruppen auf.

  1. SvE Peer Team des Wiener Roten Kreuzes. Beispiel österreichischer Peers. In: www.sve-psd.at. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. März 2023. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  2. McNally, Bryant, Ehlers: Does early psychological intervention promote recovery from post-traumatic stress? In: Psychological Science in the Public Interest. 4, 2003, S. 45–79.
  3. Clemens, Karin; Lüdke, Christian: Psychologische Soforthilfe: Debriefing kann schaden. In: Deutsches Ärzteblatt. 10. Juli 2002, abgerufen am 31. Januar 2023.
  4. Beck, T.; Kratzer, D. Mitmansgruber, H. und Andreatta, M.P.: Die Debriefing Debatte – Fragen nach der Wirksamkeit. In: Zeitschrift für Psychotraumatologie, Psychotherapiewissenschaft und Psychologische Medizin ZPPM. Band 03, 2007, S. 9–20.