Einzelpsychologie
Der Begriff Einzelpsychologie wurde von Sigmund Freud (1856–1939) in seiner 1939 erschienenen Schrift „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ verwendet. Damit sollte aus der Sicht Freuds auf bestimmte Auffälligkeiten der jüdischen Religionsgeschichte hingewiesen werden. Freud erläutert diese Besonderheiten anhand der Massenpsychologie als einer für eine bestimmte Kultur oder ein bestimmtes Kollektiv spezifischen Wissenschaft. Unabhängig von allen Erkenntnissen der Massenpsychologie und im Gegensatz dazu bedeutete Einzelpsychologie für Freud die Untersuchung der einzelnen Person, isoliert und für sich genommenen, ja eines „geradezu hermetisch abgeschlossenen individuellen Seelenlebens“. Diese Unterscheidung ist bis heute gültig. Als synonym für die ›Einzelpsychologie‹ werden heute Bezeichnungen wie ›Einpersonenpsychologie‹ verwendet. Allgemeiner kann auch von einer Psychologie geschlossener Systeme, also von einer Psychologie der Einpersonenbeziehung, Zweipersonenbeziehung (Dyade), Drei- und Mehrpersonenbeziehung gesprochen werden.