Eitelwolf von Stein

Der Ritter Eitelwolf von Stein (vom Stain) zu Steinegg oder als Humanistennamen Hololycus de Lapide (altgriechisch ὅλο λύκος holo lykosGanz-Wolf; lateinisch lapisStein) bzw. Totus Lupus de Lapide eques (lateinisch totusganz, lupus – Wolf, eques – Ritter) (* 1465/1466 in Schwaben oder im Oberelsass; † 10. Juni 1515 in Mainz) war ein deutscher Humanist und Kurfürstlicher Rat in der Markgrafschaft Brandenburg und den Erzbistümern Magdeburg und Mainz. Er war in literarisch-wissenschaftliche Netzwerke der Renaissancezeit eingebunden, hatte maßgeblichen Anteil an der Gründung der Universität Frankfurt an der Oder und war der wichtigste Förderer von Ulrich von Hutten. Eitelwolf von Stein wirkte als Diplomat für die brandenburgischen Hohenzollern und nahm als ihr Gesandter an vielen Reichstagen sowie an zwei Sitzungen des Fünften Laterankonzils teil.

  1. Joseph Schmidlin: Geschichte der deutschen Nationalkirche in Rom S. Maria dell’Anima. Herder, Freiburg 1906, S. 241, nach einer Mitteilung von Friedrich Schneider; archive.org. Skeptisch Nicole Hegener: „VIVIT POST FVNERA VIRTVS“. Albrecht von Brandenburg, seine römischen Prokuratoren und Francesco Salviati in der Markgrafenkapelle von S. Maria dell’Anima. In: Michael Matheus (Hrsg.): S. Maria dell’Anima. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2010, S. 137–213, bes. S. 160–167, die eher Johannes Lemeken (1481–1554) dargestellt sieht.
  2. „Eitel“ meint ursprünglich „rein, nichts als, nur, echt“, so noch in den Wendungen „eitel Sonnenschein“ oder „eitel Freude“. Wahrscheinlich wird damit „Wolf“ als einziger vergebener Vorname der Person hervorgehoben.