Élivágar

Élivágar (altnordisch „die von Schneestürmen gepeitschten Wellen“: aus él, „Unwetter“, „Schneesturm“, und vágar, „Wellen“) ist laut Snorri Sturluson in der Gylfaginning eine Sammelbezeichnung für mehrere Flüsse, die ihren Ursprung in Hvergelmir haben und durch Niflheim (Niflheimr) in der Unterwelt fließen.

In der Skáldskaparmál 17 scheint Élivágar jedoch der Name eines einzigen Flusses zu sein, der die Grenze zwischen Jötunheim (Jǫtunheimr) und Asgard (Ásgarðr) bildet.

Élivágar wird auch an zwei Stellen in der Lieder-Edda erwähnt, aber was genau mit dem Begriff gemeint ist, bleibt unklar.

In der Hymiskviða wird gesagt, dass der Riese Hymir „östlich der Élivágar am Ende des Himmels“ (at himinsenda) wohnte. Hier bezieht sich der Begriff wahrscheinlich auf das nördliche Eismeer, das sich am äußersten Rand des Himmels befindet.

  1. Björn Collinder: Snorres Edda. Forum, Stockholm 1970, S. 131.
  2. 1 2 Finnur Jónsson, Sveinbjörn Egilsson: Lexicon Poeticum. Ordbog over det norsk-islandske skjaldesprog. Kopenhagen 1931 (septentrionalia.net Stichwort: Élivágar).
  3. 1 2 3 Eyvind Fjeld Halvorsen: Kulturhistoriskt lexikon för nordisk medeltid. Band 3. Allhems, Malmö 1958, Sp. 597 f. (Stichwort: Élivágar).
  4. 1 2 Rudolf Simek: Dictionary of Northern Mythology. Brewer, Woodbridge, ISBN 978-0-85991-513-7, S. 73.
  5. Hymiskviða 5.