Emissionsrechtehandel

Der Emissionsrechtehandel, Emissionshandel oder Handel mit Emissionszertifikaten, ist ein marktbasiertes Instrument der Umweltpolitik zur Bekämpfung von Umweltverschmutzung. Dabei werden ökonomische Anreize zur Reduktion von Schadstoffemissionen geschaffen. Emissionshandelssysteme für CO2 und andere Treibhausgase werden als Form der CO2-Bepreisung in der Europäischen Union, China und anderen Ländern als wichtiges Instrument zur Eindämmung des Klimawandels eingesetzt.

In einem Emissionshandelssystem verteilt oder verkauft eine zentrale Behörde eine begrenzte Anzahl von Zertifikaten, die zur Emission einer bestimmten Menge eines Schadstoffs über einen definierten Zeitraum berechtigen. Verursacher von Emissionen müssen am Ende des Zeitraums Zertifikate in Höhe ihrer Emissionen abgeben. Dazu müssen sie von der Behörde oder anderen Verursachern ausreichend Zertifikate erhalten bzw. zukaufen. Überschüssige Zertifikate können sie an andere Verursacher verkaufen.

Der Emissionshandel ist eine marktbasierte Form der Umweltregulierung, die es ermöglicht, dezentral zu entscheiden, wie Emissionen am kosteneffektivsten eingespart werden können. Der Weltklimarat IPCC hält in seinem Sechsten Sachstandsbericht fest, dass mit Stand 2020 mehr als 20 % der globalen Treibhausgasemissionen durch Kohlenstoffsteuern oder Emissionshandelssysteme abgedeckt waren, Erfassungsgrad und Preise jedoch nicht ausreichten, um starke Emissions-Reduktionen herbeizuführen. Demnach haben Kohlenstoffbepreisungsinstrumente dort, wo sie eingesetzt wurden, zwar Anreize für kostengünstige Emissionsminderungsmaßnahmen geschaffen. Jedoch seien diese im Bewertungszeitraum ohne ergänzende Maßnahmen und bei den vorherrschenden Preisen weniger wirksam gewesen, um auch kostspieligere Maßnahmen zu fördern, die für weitere Reduzierungen ebenfalls erforderlich sind.

  1. China’s Emissions Trading Scheme – Analysis. Abgerufen am 15. August 2021 (britisches Englisch).
  2. Easwaran Narassimhan, Kelly S. Gallagher, Stefan Koester, Julio Rivera Alejo: Carbon pricing in practice: a review of existing emissions trading systems. In: Climate Policy. Band 18, Nr. 8, 14. September 2018, S. 967–991, doi:10.1080/14693062.2018.1467827.
  3. Raphael Calel: Carbon markets: a historical overview. In: WIREs Climate Change. Band 4, Nr. 2, 2013, S. 107–119, doi:10.1002/wcc.208.
  4. 1 2
  5. 1 2 Robert N. Stavins: Experience with Market-Based Environmental Policy Instruments. ID 199848. Social Science Research Network, Rochester, NY 1. Juli 2002, doi:10.2139/ssrn.199848 (ssrn.com [abgerufen am 15. August 2021]).
  6. Bianca Nogrady: China launches world’s largest carbon market: but is it ambitious enough? In: Nature. Band 595, Nr. 7869, 20. Juli 2021, S. 637–637, doi:10.1038/d41586-021-01989-7.
  7. Judson Jaffe, Matthew Ranson, Robert N. Stavins: Linking Tradable Permit Systems: A Key Element of Emerging International Climate Policy Architecture. In: Ecology Law Quarterly. Band 36, Nr. 4, 2009, S. 789–808, JSTOR:24114952.
  8. Preston Teeter, Jörgen Sandberg: Constraining or Enabling Green Capability Development? How Policy Uncertainty Affects Organizational Responses to Flexible Environmental Regulations: Constraining or Enabling Green Capability Development? In: British Journal of Management. Band 28, Nr. 4, Oktober 2017, S. 649–665, doi:10.1111/1467-8551.12188.
  9. Christoph Böhringer, Andreas Lange, Ulf Moslener: Der EU-Emissionshandel im Zielkonflikt zwischen Effizienz, Kompensation und Wettbewerbsneutralität. In: Perspektiven der Wirtschaftspolitik. Band 6, Heft 3, S. 309–323 (uni-wuerzburg.de [PDF]).
  10. Synthesis Report of the IPCC Sixth Assessment Report (AR6). S. 53, 110, abgerufen am 8. Juli 2023 (englisch).