Endspiel König und Bauer gegen König

Das Endspiel Bauer gegen König oder in Langform König und Bauer gegen König ist ein Bauernendspiel mit nur einem einzigen Bauern auf dem Brett. Nach den elementaren Mattführungen zählt dieses Endspiel zu den wichtigsten und grundlegendsten Endspielen. Die Kenntnis dieses Endspiels ist wichtig, da fast alle Endspiele durch Abtausch oder teils Opfer in dieses Endspiel übergehen können. Außer den allgemeinen Schachregeln erfordert dieses Endspiel keine Vorkenntnisse und wird daher auch Anfängern empfohlen. Das Studium komplexerer Stellungen mit zusätzlichen Bauern oder Figuren baut dagegen auf der Kenntnis der Bauer-gegen-König-Endspiele auf. Im Wesentlichen geht es um die Frage, ob der Bauer in eine Dame umgewandelt werden kann. Mit dem Bauern selbst ist kein Matt möglich. Die möglichen Ergebnisse sind also ein Sieg der Bauernpartei oder ein Remis (Unentschieden). Die bauernlose Seite kann wegen ungenügenden Materials grundsätzlich nicht mehr gewinnen.

Peter Griffiths betont die Bedeutung dieses Endspiels: Es gibt schlicht keinen Ersatz für das Wissen darüber, ob und wie diese Stellungen gewonnen oder Remis gehalten werden können. Nicht nur, um sie selbst genau spielen zu können, sondern auch, um sie im Vorhinein korrekt bewerten zu können. Wer dies vermag, kann in komplexeren Stellungen selbstbewusst abtauschen.

In den gewonnenen Stellungen sind maximal 19 Züge notwendig, um den Bauern umzuwandeln. Nach der Umwandlung kann die Dame in maximal neun Zügen mattsetzen. (Im Allgemeinen benötigt die Dame maximal zehn Züge. Nach der Umwandlung steht die Dame jedoch immer auf einem Randfeld. In diesen Stellungen ist Matt mit maximal neun Zügen möglich.)

Spieler sollten sowohl die angreifende Seite (mit dem Bauern) als auch die Verteidigung gut beherrschen, da ein einziger falscher Zug das Ergebnis schnell von Gewinn auf Remis (Unentschieden) oder umgekehrt ändern kann.

Der Einfachheit halber wird im Folgenden wie üblich angenommen, dass Weiß den Bauern hat und Schwarz lediglich einen König. Schwarz sollte dann versuchen, den Bauern zu erobern und, falls dies nicht möglich ist, den König auf dem Weg vor dem Bauern aufstellen, um ihn am Vorrücken zu hindern. Dies kann auf der Linie geschehen, auf der sich der Bauer befindet, oder auf einer der beiden benachbarten Linien.

  1. Edward Lasker (1915): Chess Strategy. (2. Aufl.)
  2. Übersetzung des Wikipedia-Autoren. Original There is simply no substitute to a clear understanding of when and how these positions are won or drawn, not only so that one can play them accurately, but in order to recognize in advance what the correct result should be. If you can do that, you can exchange off quite confidently from a more complex position Griffiths, P.C. (1976), The Endgame: in modern theory and practice, G. Bell & Sons, S. 1.
  3. David Levy, Monty Newborn: How Computers Play Chess. Computer Science Press, 1991, S. 144.