Englischer Schweiß

Der Englische Schweiß (auch Englische Schweißkrankheit, Englisches Schweißfieber oder Englische Schweißsucht; lateinisch: pestis sudorosa oder sudor anglicus) war eine sehr ansteckende Erkrankung unklarer Ursache mit meist tödlichem Ausgang, die im 15. und 16. Jahrhundert in fünf Seuchenwellen in Europa, hauptsächlich in England, auftrat und dann anscheinend wieder verschwand. Die Erkrankung zeichnete sich durch eine sehr kurze Krankheitsdauer und eine hohe Sterblichkeit aus. So vergingen vom Auftreten der ersten Symptome bis zum Eintritt des Todes oft nur wenige Stunden. Typisches Zeichen waren starke Schweißausbrüche, die der Krankheit ihren Namen gaben.

Es ist bis heute unklar, worum es sich bei dieser Krankheit nach heutigem Verständnis handelte. Die Mutmaßungen über die Verursacher des Englischen Schweißes reichen bei den viralen Infektionen von Grippe- bis Hantaviren, bei den bakteriellen Erkrankungen werden die Leptospirose (Morbus Weil) ebenso wie der Lungenmilzbrand in Betracht gezogen.

  1. So in den Protokollen des Domkapitels von Lübeck 1529