Entschäumer

Entschäumer oder Schaumbekämpfungsmittel sind chemische Formulierungen mit ausgeprägter Grenzflächenaktivität, die geeignet sind, unerwünschte Schaumbildung (z. B. bei der Abwasserreinigung, der Papierherstellung, beim Waschvorgang in Waschmaschinen, beim Lackieren, bei Fermentationsprozessen) zu unterdrücken oder bereits gebildeten Schaum zu zerstören. Dabei wird teilweise zwischen Entschäumern (verhindern die Entstehung von Schaum bzw. lösen Schaum auf) und Entlüftern (bringen die Luftblasen schneller an die Oberfläche) unterschieden. Der ähnliche Begriff Schaumverhüter bezieht sich fast ausschließlich auf den Bereich der Lebensmitteltechnologie und beschreibt prinzipiell identisch wirkende Stoffe oder Gemische. Häufig werden Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren und Dimethylpolysiloxan eingesetzt.

Weite Verbreitung finden sog. Compounds aus Silikonölen und darin implementierten Kieselsäure-Partikeln. Hierbei handelt es sich um heterogene Entschäumer, da diese Systeme im schäumenden Medium unlöslich sind.

Es gibt jedoch auch homogene Entschäumer, d. h. Entschäumer, die in der schäumenden Flotte gelöst vorliegen (z. B. so genannte Trübungspunkt-Entschäumer) aus der Klasse der Phosphorsäureester:

Siliconpolyether können ebenfalls als Trübungspunkt-Entschäumer wirken.

  1. Eintrag zu Entschäumer. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 15. August 2015.
  2. Bodo Müller: Additive kompakt. 2008, ISBN 978-3-86630-915-9 (Seite 54 in der Google-Buchsuche).
  3. Eintrag zu Schaumverhütungsmittel. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 15. August 2015.
  4. Georg Schwedt: Chemie im Alltag für Dummies. 2010, ISBN 978-3-527-70318-0 (Seite 102 in der Google-Buchsuche).
  5. Zsolt Németh, György Rácz, Kalman Koczo: Foam Control by Silicone Polyethers—Mechanisms of “Cloud Point Antifoaming”. In: Journal of Colloid and Interface Science. Band 207, Nr. 2, 15. November 1998, ISSN 0021-9797, S. 386–394, doi:10.1006/jcis.1998.5777.