Entstehung des Mondes
Die Entstehung des Mondes der Erde wird seit Jahrhunderten diskutiert. Seit Mitte der 1980er Jahre hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass der Mond nach einem exzentrischen Zusammenstoß der Proto-Erde mit einem etwa marsgroßen Körper, Theia genannt, entstanden ist. Nach dieser Kollisionstheorie ist ein großer Teil der abgeschlagenen Materie beider Körper in eine Umlaufbahn um die Erde gelangt und hat sich dort zum Mond geballt.
Man spricht auch von der „Entstehung des Erde-Mond-Systems“ als besonderem System, denn im ganzen Sonnensystem gibt es keinen weiteren Trabanten, der eine ähnliche Größe im Vergleich zu dem von ihm umkreisten Planeten aufweist (und der entsprechend auch einen dermaßen großen Bahndrehimpuls hat). Von den mehr als 400 anderen bekannten Monden des Sonnensystems, die Planeten umkreisen, sind vermutlich keine weiteren durch solche Kollisionen entstanden. Die meisten Monde sind ebenso wie die Planeten durch Akkretion direkt aus der protoplanetaren Scheibe entstanden, wobei manche nicht in der Nähe ihres Planeten entstanden sind und erst später von diesem „eingefangen“ wurden. Noch am ehesten mit dem Erde-Mond-System vergleichbar ist das des Zwergplaneten Pluto und seines Mondes Charon, für dessen Entstehung ebenso eine ähnliche Großkollision vermutet wird.
- ↑ Bestätigt: Mond entstand durch Kollision. Auf: orf.at, 6. Juni 2014, abgerufen am 19. Dezember 2023.