Enttrümmerung
Unter Enttrümmerung versteht man die Beseitigung von Schutt und Ruinen der Häuser, die im Zweiten Weltkrieg vor allem durch den Luftkrieg zerstört worden waren. Dabei unterschied sich die Enttrümmerung in deutschen Städten von Ort zu Ort, und auch die Enttrümmerung außerhalb Deutschlands war nicht einheitlich. Die Arbeiten in Deutschland begannen bereits während des Krieges, hierbei wurden Mitglieder der verschiedenen NS-Organisationen mit dem Beseitigen der Trümmer beauftragt. Hinzu kamen KZ-Häftlinge oder Kriegsgefangene, die Zwangsarbeit leisten mussten. Nach dem Krieg wurden insbesondere deutsche Kriegsgefangene und frühere Mitglieder der NSDAP beiderlei Geschlechts als Bußmaßnahme zu Aufräumarbeiten herangezogen. Die andere Gruppe bestand aus Arbeitslosen, die zur Trümmerräumung verpflichtet wurde. In vielen Städten wurde die Drohung mit dem Entzug der Lebensmittelkarte erfolgreich als Druckmittel eingesetzt, um die Menschen zur Registrierung bei den Arbeitsämtern zu bewegen. Ein konsistentes System, das festlegte, wie viele Stunden gearbeitet werden sollten, welche Arbeitsleistungen zu erbringen waren und in welchem Rhythmus dies geschehen sollte, fehlte. Zunächst erfolgten die Arbeiten mit der Hand und vorhandenen oder selbstgebauten Werkzeugen, später wurde die Arbeit immer mehr professionalisiert und Unternehmen wurden mit der Trümmerräumung beauftragt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterschieden sich die Enttrümmerung in den westdeutschen Besatzungszonen und der Sowjetischen Besatzungszone im Grad an Technisierung und in den Charakteristika des Einsatzes von Arbeitskräften. Die Einzelheiten der Art und Weise, in der die Enttrümmerung ablief, war aber auch innerhalb der Zonen von Stadt zu Stadt verschieden. In der Sowjetischen Besatzungszone/DDR existierten Bürgereinsätze bis 1952, in den westdeutschen Besatzungszonen nur bis Ende der 1940er Jahre.
In den ersten Monaten nach Kriegsende waren Frauen bei den Arbeitsloseneinsätzen im Rahmen der Enttrümmerung an manchen Orten in der Überzahl, danach glich sich das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Frauen und Männern jedoch aus. Dies entsprach einer allgemeinen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.