Epikanthus medialis

Als Epikanthus medialis (altgriechisch ἐπί epí, deutsch auf, darüber; altgriechisch κανθός kanthós, deutsch Augenwinkel; lateinisch medialis „zur Mitte hin“), auch Epikanthus-Falte oder einfache Oberlidfalte sowie veraltet, da ethnologisch problematisch, „Mongolenfalte“ genannt, wird eine oftmals genetisch bedingte sichelförmige Hautfalte am inneren Randwinkel des Auges bezeichnet. Diese Lidfalte bleibt auch bei geschlossenem Augenlid bestehen.

Der Epikanthus medialis ist charakteristisch für viele Angehörige der ost- und südostasiatischen Völker von der Mongolei bis Thailand. Zum Beispiel haben die meisten Mongolen, Han-Chinesen, Hui-Chinesen, Tibeter, Koreaner, Japaner, Vietnamesen und Thais Epikanthus-Falten, aber auch Angehörige sibirischer und einige Turkvölker, wie etwa die Tungusen, Tuwiner, Selkupen, Jakuten, Altaier, Kirgisen, Kasachen, Dolganen und Uiguren. Des Weiteren kommt die einfache Oberlidfalte bei indigenen Völkern Amerikas, ⁣Grönlands und Skandinaviens sowie bei Khoikhoi-Völkern im südlichen Afrika vor.

  1. Detlef Kießling, Sabine Stannat: Anatomie am Lebenden. Verlag Jungjohann, Heidelberg 1981, ISBN 3-88454-104-8, S. 17–18.
  2. Hirohiko Kakizaki, Akihiro Ichinose, Takashi Nakano, Ken Asamoto, Hiroshi Ikeda: Anatomy of the epicanthal fold. In: Plastic and Reconstructive Surgery. Band 130, Nr. 3, September 2012, ISSN 1529-4242, S. 494e–495e, doi:10.1097/PRS.0b013e31825dc611, PMID 22929288 (nih.gov [abgerufen am 7. Februar 2026]).