Epiphyseodese

Die Epiphyseodese (auch Epiphysiodese, von gr. epiphyesthai – daraufwachsen, entstehen und gr. desis – das Binden) ist ein chirurgisches Verfahren zur Blockierung des Wachstums an langen Röhrenknochen oder Wirbelkörpern durch Überbrückung oder Zerstörung der Wachstumsfuge. Diese Technik kann nur bis zum Wachstumsabschluss angewandt werden, bevor sich die Wachstumsfuge endgültig schließt.

Man unterscheidet eine vorübergehende Unterbrechung des Wachstums (temporäre Epiphyseodese) von einer endgültigen, irreversiblen (permanenten) Epiphyseodese. Bei der Hemiepiphyseodese (z. B. bei X-Beinen und O-Beinen) wird nur eine Seite der Wachstumsfuge geschlossen, wodurch es zu einer Wachstumslenkung kommt. Wird eine Apophysenfuge blockiert, spricht man ebenfalls von einer Epiphyseodese. Eine Epiphyseodese erfolgt entweder, um die Epiphyse zu fixieren (z. B. bei Epiphysenlösung) oder zur Wachstumslenkung (z. B. bei Überwachstum, Skoliose, X- oder O-Beinen). Die häufigste Anwendung betrifft die beiden Wachstumsfugen in Knienähe, die knienahe Oberschenkelfuge (distaler Femur) und die knienahe Schienbeinfuge (proximale Tibia), die zugleich die beiden Wachstumsfugen des Körpers mit der größten Wachstumspotenz darstellen.