Epistemische Ungerechtigkeit
Epistemische Ungerechtigkeit bezeichnet eine Form sozialen Unrechts, bei der Menschen in ihrer Fähigkeit, Wissen zu äußern, weiterzugeben oder zu verstehen, systematisch benachteiligt werden. Sie tritt beispielsweise auf, wenn einer Person aufgrund von Vorurteilen weniger Glaubwürdigkeit zugesprochen wird oder wenn bestimmten Gruppen die sprachlichen und begrifflichen Mittel fehlen, um ihre Erfahrungen verständlich zu machen. Das Konzept wurde maßgeblich von Miranda Fricker entwickelt und legt die strukturelle Verwobenheit von Wissen, Macht und gesellschaftlicher Anerkennung offen.