Erdbeben im Golf von Euböa 426 v. Chr.

Das Erdbeben im Golf von Euböa 426 v. Chr. verwüstete im Sommer des Jahres 426 v. Chr. die Küsten des Golfes von Malia und des Nördlichen Golfs von Euböa in Griechenland. Das Erdbeben löste einen Tsunami aus, der Küsten und Städte überflutete. Die Intensität des Erdbebens wird anhand der historisch überlieferten Schadensbeschreibungen auf XI nach der MSK-Skala geschätzt.

Das Ereignis war für den griechischen Geschichtsschreiber Thukydides Anlass, die Ursache der Flutwelle zu ergründen. Er kam zu dem Ergebnis, ein Erdbeben müsse den Tsunami hervorgerufen haben. Thukydides war der erste Naturwissenschaftler, der das Beben und die Welle in eine Ursache-Wirkungsbeziehung setzte. Sein Vorgänger Herodot hatte den Tsunami von Potidea (479 v. Chr.) noch auf die Rache Poseidons zurückgeführt.

  1. John Antonopoulos: The Tsunami of 426 BC in the Maliakos Gulf, Eastern Greece. In: Natural Hazards. Band 5, 1992, S. 83–93.
  2. J. M. Van Gils und G. Leydecker: Erdbebenkatalog für die Länder der EU (Stand 1990), der Schweiz und Österreichs. Brüssel, Luxembourg 1991, ISBN 92-826-2506-0. Daten Zeile 6: GR -426, PHTHIOTIDA, Intensity 11.0 (MSK-64 scale). Download der Daten bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.
  3. Thukydides 3,89,2–5.
  4. T. C. Smid: ‘Tsunamis’ in Greek Literature. In: Greece & Rome, 2nd Ser. Bd. 17, Nr. 1, April 1970, S. 103 f.
  5. Herodot 8,129.