Eurafrika

Der Begriff Eurafrika beruht auf einer Vorstellung, die von der Komplementarität und gegenseitigen Abhängigkeit der beiden Kontinente Afrika und Europa ausgeht. Das Konzept erschien im 19. bis 20. Jahrhundert brauchbar zur Beschreibung des historisch komplexen Beziehungsgeflechtes der beiden Kontinente und zur Rechtfertigung der Fortführung kolonialer Machtstrukturen.

Eurafrika entwickelte sich im Spätkolonialismus zum realen politischen Projekt innerhalb komplexer Strukturen zwischen der EWG, Frankreich und ehemaligen französischen Kolonien in Afrika, welche im Jahr 1958 zur EWG assoziiert wurden. Bis zum heutigen Zeitpunkt lässt sich in Handelsvereinbarungen und entwicklungspolitischen Abkommen zwischen den ungleichen Partnern EU und Afrika eurafrikanischer Grundgehalt nachzeichnen.

  1. Guy Martin: Africa and the Ideology of Eurafrica: NeoColonialism or PanAfricanism?. In: The Journal of Modern African Studies. Nr. 20, 1982, S. 221.
  2. Martin Rempe: Decolonization by Europeanization? The Early EEC and the Transformation of French-African Relations. In: KFG Working Paper Series. Nr. 27, 2011, S. 3.