Fettspinnen

Fettspinnen

Weibchen der Gewöhnlichen Fettspinne (Steatoda bipunctata)

Systematik
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Kugelspinnen (Theridiidae)
Gattung: Fettspinnen
Wissenschaftlicher Name
Steatoda
Sundevall, 1833

Die Fettspinnen oder Falschen Witwen (Steatoda) bilden eine zahlenmäßig große Gattung innerhalb der Familie der Kugelspinnen (Theridiidae), die wiederum zur Ordnung der Webspinnen zählt. Die Gattung ist fast weltweit verbreitet und ihre Arten sind kleine bis mittelgroße Spinnen. Einzelne Vertreter der Gattung, darunter die Gewöhnliche Fettspinne (S. bipunctata) sind auch in Mitteleuropa weit verbreitet und häufig. Die Trivialnamen der Gattung rühren von dem fettig glänzenden Erscheinungsbild einzelner Arten wie der Gewöhnlichen Fettspinne und der Ähnlichkeit mit den nah verwandten Echten Witwen (Latrodectus) anderer, darunter der Falschen Schwarzen Witwe (S. paykulliana).

Fettspinnen sind mehrheitlich bodenbewohnend und vollführen eine nachtaktive und netzbauende Lebensweise. Sie bewohnen überwiegend verdeckte Bereiche und einige Arten zeigen eine Synanthropie (Anpassung an menschliche Siedlungsbereiche), einzelne wie die Große Fettspinne (S. grossa) kommen gebietsweise sogar nur in Bauwerken vor. Mit ihren unregelmäßigen Raumnetzen erlegen Fettspinnen als euryphage (nicht auf bestimmte Nahrung angewiesene) Räuber verschiedene Beutetiere, darunter auch welche, die die eigene Körpergröße deutlich übertreffen. Der Lebenszyklus ist bei einzelnen Arten gut erforscht.

Einzelne Fettspinnen wie die Noble Fettspinne (S. nobilis) erhielten in der Vergangenheit immer wieder Aufmerksamkeit dadurch, dass sie sich, wohl durch unbeabsichtigte Einschleppungen auf menschlichen Transportwegen, neue Verbreitungsgebiete erschließen konnten, in denen sie zuvor nicht vorkamen. Bisse verschiedener Fettspinnen auf den Menschen sind überliefert. Die Bisse werden als schmerzhaft, im Regelfall jedoch nicht als medizinisch relevant beschrieben.