False Brinelling

False Brinelling, auf Deutsch auch „Stillstandsmarkierung“, „Riffelbildung“ oder „Muldenbildung“ genannt, ist eine Verschleißerscheinung bei Wälzlagern, die durch Mikrooszillationen hervorgerufen wird. Durch Schwingungen oder elastische Verformungen werden in die Kontaktflächen zwischen Wälzkörper und Lauffläche Mikrobewegungen eingeleitet. Diese können bereits nach wenigen tausend Lastwechseln zu Schäden führen. Der weitere Betrieb kann zur Überrollung der Verschleißmarken führen und frühzeitige Ausfälle des Lagers begünstigen. Die Mikrobewegungen werden beispielsweise durch Maschinen- und Aggregatschwingungen, aber auch durch fahrdynamische Effekte straßen- und schienengebundener Transportmittel initiiert. Stark von dieser Schadensform sind Blattlager in Windkraftanlagen betroffen. Allgemein treten kritische Betriebszustände aber auch bei Lagerungen auf, die durch Nebenaggregate, Verbrennungsmotoren, Hydraulikaggregate oder ähnliches zu Schwingungen angeregt werden (z. B. Baumaschinen, Pumpen, Radlager usw.).

  1. Christian Shadow: Stillstehende fettgeschmierte Wälzlager unter dynamischer Beanspruchung. Shaker Verlag, abgerufen am 27. Juni 2017.
  2. Fabian Schwack, Gerhard Poll: Problems Faced in Service Life Estimation of Blade Bearings. WindTech-International, Oktober 2016, abgerufen am 2. Mai 2017 (englisch).
  3. F. Schwack, M. Stammler, G. Poll, A. Reuter: Comparison of Life Calculations for Oscillating Bearings Considering Individual Pitch Control in Wind Turbines. In: Journal of Physics: Conference Series. Band 753, Nr. 11, 1. Januar 2016, ISSN 1742-6596, S. 112013, doi:10.1088/1742-6596/753/11/112013 (iop.org [abgerufen am 2. Mai 2017]).
  4. Markus Grebe: False-Brinelling und Stillstandsmarkierungen bei Wälzlagern. ExpertVerlag, abgerufen am 10. Oktober 2017.
  5. Fabian Schwack: Time-dependent analyses of wear in oscillating bearing applications. In: Society of Tribology and Lubrication (Hrsg.): 72nd STLE Annual Meeting. Atlanta 21. Mai 2017 (researchgate.net).