Feinschneiden
Feinschneiden ist ein Fertigungsverfahren zum spanlosen Trennen und, wahlweise, gleichzeitigem Umformen von Metall. Es erlaubt die Fertigung hochpräziser Teile. Im Gegensatz zum normalen Stanzen wird beim Feinschneiden das Rohmaterial der Schnittkontur folgend mittels einer sogenannten Ringzacke festgehalten. Erst dann schneidet ein Stempel mit der gewünschten Form das Metall. In Verbindung mit einem wesentlich verringerten Schneidspalt (ca. 0,5 % der Blechdicke) erreicht man einen zylindrischen Schnittanteil von bis zu 100 % der Blechdicke. Wahlweise können in weiteren Schritten innerhalb des gleichen Arbeitsganges Umformungen oder Prägungen am Metall vorgenommen werden. Deshalb wird immer mehr von Feinschneiden/Umformen (engl. fineblanking/forming) gesprochen.
Das Feinschneiden benötigt im Vergleich zum Normalschneiden eine dreifachwirkende Presse, die sich durch eine besonders hohe Führungsgenauigkeit des Stößels und einen steifen Pressenrahmen auszeichnet. Beim Feinschneiden wird das Werkstück über einen „Auswerfer“ ins Werkzeug zurückgedrückt um anschließend über die sogenannte „Gegenhalterkraft“ ausgestoßen und anschließend ausgeblasen bzw. ausgeräumt zu werden. Bei mechanischen Feinschneidpressen und kleinen Stanzteilen werden oft Hubzahlen > 120 Hub/min erreicht.