Feldpost
Die Feldpost ist primär eine Organisation zur Beförderung militärischer Schriftstücke und sonstiger Sendungen innerhalb des Einsatzraums der eigenen Streitkräfte im Kriegsfall oder Auslandseinsatz. Eine größere gesellschaftliche Bedeutung hat die Feldpost, da diese auch Privatbriefe von Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten, Zeitungen, Zeitschriften und Päckchen und Pakete transportiert.
Der Mitarbeiter dieser Organisation ist ein Feldpostbeamter. Historisch wurde die Feldpost durch die nationale Postorganisation gestellt und war funktional in die militärische Organisationsstruktur der Streitkräfte integriert.
Die Feldpost hatte bis zum Aufkommen moderner, digitaler Kommunikationsmittel einen besonders emotionalen Aspekt, da die Briefe (Feldpostbriefe) oft über einen langen Zeitraum das einzige regelmäßige Lebenszeichen der Soldaten an die Angehörigen in der Heimat darstellten. Ebenso wurde die Feldpost zur Überwachung und zur Gewinnung von Erkenntnissen über die Stimmungslage der kämpfenden Soldaten genutzt. Dazu wurden z. B. während des Ersten Weltkrieges in Frankreich sogenannte Militärische Überwachungsstellen bei den Feldpoststationen eingesetzt. Ihre Aufgabe war es, die Post der Soldaten zu lesen und auch zurückzuhalten, falls sie Angaben über die militärische Situation enthielten und gegebenenfalls an eine übergeordnete Dienststelle weiterzugeben.
Der Feldpostbrief enthält häufig Äußerungen der Soldaten, welche eine sehr andere Sicht auf die kriegerischen Ereignisse eines Konflikts erlauben. Dies führt dazu, dass diese privaten Schriftstücke heutzutage oft Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung zu Konflikten sind.
Zur Entwicklung sowohl der Feldpost der deutschen Streitkräfte als auch der Feldpost fremder Streitkräfte in Deutschland, siehe Feldpost (Deutschland).
- ↑ Vgl. etwa Rupprecht Matthaei: Vom Studium der Medizin. Zwölf Feldpostbriefe an Medizinstudenten und solche, die es werden wollen. Zugleich ein Büchlein der Besinnung für Biologen und Ärzte. Verlag von Gustav Fischer, Jena 1943; 3. Auflage ebenda 1944.
- ↑ Hamburgischer Correspondent vom 22.11.1925, Seite 5, "Stimmung im Schützengraben" von Geheimrat L.Gülle, https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/AXVI7E3RZ3TSKNCGHIVFNDUZNEM34SML?issuepage=5