Fenetyllin

Strukturformel
(R)-Form (oben) und (S)-Form (unten), 1:1-Stereoisomerengemisch
Allgemeines
Freiname Fenetyllin
Andere Namen
  • (RS)-1,3-Dimethyl-7-[2-(1-phenylpropan-2-ylamino)ethyl]-3,7-dihydro-2H-purin-2,6-dion (IUPAC)
  • rac-1,3-Dimethyl-7-[2-(1-phenylpropan-2-ylamino)ethyl]-3,7-dihydro-2H-purin-2,6-dion
  • DL-1,3-Dimethyl-7-[2-(1-phenylpropan-2-ylamino)ethyl]-3,7-dihydro-2H-purin-2,6-dion
  • Fenetyllinum (Latein)
Summenformel C18H23N5O2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 217-580-8
ECHA-InfoCard 100.015.983
PubChem 102710
ChemSpider 92775
DrugBank DB01482
Wikidata Q27887794
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N06BA10

Wirkstoffklasse

Amphetamin-Derivat

Wirkmechanismus

Sympathomimetikum

Eigenschaften
Molare Masse 341,41 g·mol−1
Schmelzpunkt
Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Wasser, löslich in Chloroform (Fenetyllin)
  • löslich in Wasser (Hydrochlorid)
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar
Toxikologische Daten

100 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Fenetyllin ist ein Arzneistoff, der als Sympathomimetikum und Stimulans genutzt wird. Er war unter dem Handelsnamen Captagon im Verkehr.

Die Substanz gehört zu den Weckaminen und hat mit den Wirkstoffen Amphetamin sowie Methamphetamin, den Phenylethylaminkern und den prinzipiellen Wirkmechanismus gemein. Deutliche Unterschiede bestehen jedoch in der Verstoffwechselung.

Fenetyllin ist gemäß BtMG Anlage III ein verkehrs- und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel. Bis 2003 war in Deutschland das Arzneimittel Captagon zugelassen; bis 2010 war dies noch bei Apotheken im europäischen Ausland bestellbar. Seitdem ist Fenetyllin in Deutschland nicht mehr als Fertigarzneimittel erhältlich.

  1. 1 2 3 Eintrag zu Fenetyllin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 19. Juni 2014.
  2. 1 2 Merck Index, 9. Auflage. Merck & Co., 1976, ISBN 0-911910-26-3, S. 519.
  3. 1 2 Fenetylline: Clarke’s Analysis of Drugs and Poisons (Memento vom 1. Januar 2016 im Internet Archive) xiuzhengrd.com; abgerufen am 1. Januar 2016.
  4. Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  5. E. Usdin, D.H. Efron: Psychotropic Drugs and Related Compounds. 2nd ed. Washington, DC, 1972, -(230).
  6. Ernst Mutschler u. a.: Mutschler Arzneimittelwirkungen: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. Wiss. Verlag-Ges. 2001, ISBN 3-8047-1763-2.