Firnis
Als Firnis (Plural Firnisse) wird im Allgemeinen ein klarer Anstrich bezeichnet, der beispielsweise als Überzugsmittel für Malereien und Möbel verwendet wird.
Je nach Fachgebiet, Zusammenhang und Epoche variiert die Verwendung des Begriffs Firnis.
In der Malerei und Gemälderestaurierung wird als Firnis meist ein transparenter Überzug zum Schutz von Gemälden, insbesondere Ölbildern, verstanden, der unterschiedlich zusammengesetzt sein kann:
- Ein Firnis kann aus einem in leichtflüchtigen Lösemittel (Alkohol, Äther, Aceton, Terpentinöl) gelöstem Bindemittel (insbesondere Schellack) bestehen. Er kann aus ästhetischen Gründen oder als Schutzanstrich als letzte Schicht auf eine Malerei aufgetragen werden.
- Im ursprünglichen Sinn bezeichnet Firnis wohl einen fetten Lack bzw. Öllack, zu dessen Herstellung Naturharze in auf 300 °C erhitztem Leinöl gelöst wurden.
In der Anstrichtechnik bezeichnet Leinölfirnis ein Anstrich- und Bindemittel aus mit Trockenstoffen versetztem Leinöl.
- ↑ Firnis. In: Angela Weyer et al. (Hrsg.): EwaGlos. European Illustrated Glossary Of Conservation Terms For Wall Paintings And Architectural Surfaces. English Definitions with translations into Bulgarian, Croatian, French, German, Hungarian, Italian, Polish, Romanian, Spanish and Turkish. Michael Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-7319-0260-7, S. 64, doi:10.5165/hawk-hhg/233 (Download).
- ↑ Wolfgang Dambacher: Schellack - Beitrag in der Zeitschrift Restaurator im Handwerk, Ausgabe 2/2011 Grundmaterialien der Restaurierung (PDF-Datei), Abschnitt Schellack als Bestandteil von historischen Lacken, S. 30ff. In: restaurator-im-handwerk.de